Translate

Mittwoch, 10. Mai 2017

Ausbleichen in Raten: HZDR-Physiker entdecken neuen Licht-Absorptionsmechanismus in Graphen


Für einen Teil ihrer Experimente nutzten die Dresdner Forscher auch den Freie-Elektronen-Laser FELBE am HZDR-Zentrum für Hochleistungs-Strahlenquellen ELBE. Mit den intensiven Lichtblitzen der Anlage lassen sich Materialzustände auf atomarer Ebene untersuchen. Quelle: HZDR / O. Killig



Wie verhält sich Graphen, wenn es mit intensivem Infrarotlicht bestrahlt wird? Als Forscher des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) diese Frage experimentell untersuchten, erlebten sie eine Überraschung: Die hauchdünne Kohlenstoff-Variante zeigte ein ungewöhnliches Verhalten bei der Absorption der Strahlung. Von den Erkenntnissen könnte die Entwicklung von Lasern für die Materialbearbeitung profitieren. Die Wissenschaftler präsentieren ihre Resultate in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Communications (DOI: 10.1038/NCOMMS15042).

Graphen ist eine besondere Form von Kohlenstoff – es besteht aus einer ultradünnen Schicht aus genau einer Lage von Atomen und besitzt außergewöhnliche Eigenschaften: Es ist zugfester als Stahl und leitet elektrischen Strom ausgesprochen gut, was es zu einem vielversprechenden Kandidaten für künftige Elektronikbauteile macht. Das Team um Dr. Stephan Winnerl interessierte sich jedoch für die optischen Eigenschaften. „Graphen absorbiert elektromagnetische Strahlung über einen weiten Wellenlängenbereich“, erläutert der HZDR-Physiker. „Das macht es für den Einsatz in Lasern interessant.“

In ihrem Projekt untersuchten die Dresdner Forscher gemeinsam mit Kollegen aus Berlin, Göteborg und Atlanta, auf welche Weise Graphen Infrarotstrahlung absorbiert, also „verschluckt“. Das Besondere an den Kohlenstoff-Folien: Anders als die meisten Materialien bleiben sie über den gesamten Infrarotbereich absorbierend – zumindest, wenn die Intensität der einfallenden Strahlung nicht zu hoch ist. Überschreitet diese Intensität jedoch ein gewisses Level, lässt auch Graphen die Strahlung passieren – die Experten sprechen vom Ausbleichen, einem nichtlinearen optischen Effekt. Im Gegensatz zum Ausbleichen von Wäsche oder Kunststoffen ist dieser Prozess beim Graphen jedoch nicht dauerhaft. Sinkt die Intensität der einfallenden Strahlung, wird das Material flugs wieder undurchlässig.

Möglicher Einsatz in der Lasertechnik
Bei ihren Arbeiten haben die Forscher nun entdeckt, dass sich dieser Prozess in mehreren Schritten vollzieht: Bereits bei einer relativ geringen Intensität der Infrarotstrahlung bleicht das Graphen teilweise aus, wird also ein wenig lichtdurchlässiger. Der Grund: „Die Strahlung beeinflusst die Elektronen im Material so, dass sie untereinander streuen, sich also gegenseitig wegstoßen“, erklärt Winnerl. „Ab einer bestimmten Strahlungsintensität tritt dabei eine gewisse Sättigung ein – mit dem Effekt, dass das Graphen teilweise ausbleicht.“

Relevant könnte das Ergebnis für die Lasertechnik sein – speziell für Kurzpuls-Laser, wie sie in der Industrie für die Materialbearbeitung Verwendung finden. In manchen Lasersystemen kommt Graphen schon heute als sogenannter sättigbarer Absorber zum Einsatz – ein zentrales Bauteil bei der Laserblitz-Erzeugung. Der Absorber sitzt zwischen den Spiegeln des Lasers, die das Licht hin- und herwerfen. Bei niedriger Intensität dämpft das Graphen das Licht, sodass die für das „Lasen“ erforderliche Schwelle nicht erreicht wird. Dadurch reichert sich die im Laser gespeicherte Energie weiter an. Ab einer gewissen Grenze bleicht der Absorber schlagartig aus und lässt das Licht passieren – in Form eines intensiven, ultrakurzen Laserpulses. Sofort danach macht der Absorber wieder „dicht“ und der Prozess kann von neuem beginnen. „Graphen ist ein vielversprechendes Absorbermaterial, es ist sehr stabil und eignet sich für verschiedenste Lichtwellenlängen“, erklärt Winnerls Kollege Jacob König-Otto. „Unsere Erkenntnisse tragen zum Verständnis der grundlegenden Prozesse bei und könnten dadurch helfen, bessere Absorber zu konstruieren.“

Frequenzen vervielfachen mit Graphen
In einem zweiten Experiment untersuchten die Forscher eine Graphenprobe in einem Magnetfeld von fünf Tesla – das 100.000fache des Erdmagnetfelds. Dieses Feld veränderte die Zustände der Elektronen im Graphen recht deutlich, was sich mit dem intensiven Strahl des Freie-Elektronen-Lasers FELBE präzise vermessen ließ. „Dadurch konnten wir bestimmen, wie nichtlinear das Material auf die Strahlung reagiert“, erläutert König-Otto. Dieses nichtlineare optische Verhalten führt unter anderem dazu, dass die Frequenz des eingestrahlten Lichts vervielfacht werden kann.

Solche Frequenzvielfacher dienen als wichtige Werkzeuge in der Laserforschung. „Wie es unsere Kollegen der Texas A&M University theoretisch vorhergesagt haben, reagiert Graphen ausgesprochen nichtlinear gegenüber intensivem Licht“, fasst Stephan Winnerl zusammen. „Das bedeutet, dass sich das Material grundsätzlich für die Frequenzvervielfachung eignet.“ Das Physikerteam hat diese Ergebnisse vor kurzem in der Fachzeitschrift „Nano Letters“ vorgestellt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Arbeiten innerhalb des Schwerpunktprogramms „Graphen“ gefördert.

_Publikationen:
T. Winzer, M. Mittendorff, S. Winnerl, H. Mittenzwey, R. Jago, M. Helm, E. Malic, A. Knorr: Unconventional double-bended saturation of carrier occupation in optically excited graphene due to many-particle interactions, in Nature Communications, 2017 (DOI: 10.1038/NCOMMS15042)

J. C. König-Otto, Y. Wang, A. Belyanin, C. Berger, W. A. de Heer, M. Orlita, A. Pashkin, H. Schneider, M. Helm, S. Winnerl: Four-Wave Mixing in Landau-Quantized Graphene, in Nano Letters, 2017 (DOI: 10.1021/acs.nanolett.6b04665)

_Weitere Informationen:
Dr. Stephan Winnerl | Jacob C. König-Otto
Institut für Ionenstrahlphysik und Materialforschung am HZDR
Tel. +49 351 260-3522

_Medienkontakt:
Simon Schmitt | Wissenschaftsredakteur
Tel. +49 351 260-3400 | E-Mail: s.schmitt@hzdr.de
Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf | Bautzner Landstr. 400 | 01328 Dresden | www.hzdr.de

Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) forscht auf den Gebieten Energie, Gesundheit und Materie. Folgende Fragestellungen stehen hierbei im Fokus:
                    Wie nutzt man Energie und Ressourcen effizient, sicher und nachhaltig?
                    Wie können Krebserkrankungen besser visualisiert, charakterisiert und wirksam behandelt werden?
                    Wie verhalten sich Materie und Materialien unter dem Einfluss hoher Felder und in kleinsten Dimensionen?

Zur Beantwortung dieser wissenschaftlichen Fragen betreibt das HZDR große Infrastrukturen, die auch von externen Messgästen genutzt werden: Ionenstrahlzentrum, Hochfeld-Magnetlabor Dresden und ELBE-Zentrum für Hochleistungs-Strahlenquellen.


Das HZDR ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, hat fünf Standorte (Dresden, Freiberg, Grenoble, Hamburg, Leipzig) und beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter – davon etwa 500 Wissenschaftler inklusive 150 Doktoranden.

Dienstag, 9. Mai 2017

Gewaltige Wallberge unter dem Eis der Antarktis entdeckt


Urhebernachweis: Reinhard Drews/Sebastian Mutz



Wissenschaftler der Universität Tübingen an Studie zur Entstehung von dünnschichtigen Kanälen im Schelfeis beteiligt

Lange Geländerücken aus Sand und Kies, sogenannte Wallberge oder Esker, entstehen unter Eisschilden. Sie sind zum Beispiel auf der Landfläche Skandinaviens und Nordamerikas stehen geblieben, als sich dort das Eis nach der letzten Eiszeit zurückzog. Bisher wurden solche Geländeformen jedoch nicht unter aktuell bestehenden Eisschilden beobachtet. Nun hat ein Wissenschaftlerteam unter der Leitung der Université libre de Bruxelles in Belgien und der Bayrischen Akademie der Wissenschaften mithilfe von Satellitendaten und eines Radars, das kilometertiefes Eis durchdringen kann, unter den Eispanzer der Antarktis geschaut. Mit Beteiligung von Dr. Reinhard Drews, seit kurzem beschäftigt in der Arbeitsgruppe von Professor Todd Ehlers im Fachbereich Geowissenschaften der Universität Tübingen, entdeckte das Wissenschaftlerteam dort ein aktives hydrologisches System aus Kanälen und Geländerücken. Diese sind bis zu 250 Meter hoch – fünfmal höher als die heutigen Überbleibsel der Wallberge in Skandinavien und Nordamerika. In ihrer Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde, beschreiben die Wissenschaftler außerdem, wie die Wallberge dem schwimmenden Schelfeis tiefe Kerben zufügen.

Wassergefüllte Tunnel leiten das Schmelzwasser, das sich unter den ausgedehnten Eisschilden bildet, in Richtung Meer. Diese Tunnel haben typischerweise einen Durchmesser von einigen Metern. Neue geophysikalische Beobachtungen der Forschergruppe an der Université libre de Bruxelles, die mithilfe von Satelliten und mit einem das Eis durchdringenden Radar am Roi-Baudouin-Schelfeis in der Ostantarktis gewonnen wurden, ergaben, dass sich die wassergefüllten Kanäle in Richtung des Ozeans zunehmend verbreitern. Die Erweiterung der Kanäle konnten die Wissenschaftler mithilfe eines neuen mathematischen Modells durch den ständigen Wasserabfluss erklären. Je breiter die Kanäle werden, desto stärker verringert sich die Fließgeschwindigkeit des Wassers im Tunnel unter dem Eis. Das führt dazu, dass sich in diesen Bereichen nahe der Grenze zwischen dem Eisschild und dem Ozean verstärkt Sand und Kies ablagern. Über die Jahrtausende wurden unter dem Antarktiseis auf diese Weise gewaltige Sedimentrücken gebildet – bis zu einer Größenordnung in der Höhe des Pariser Eiffelturms.

Die Esker kerben das Eis von unten ein, während dieses in Richtung Ozean über die basalen Hindernisse fließt. Diese Kerben erscheinen als Kanäle in den stromabwärtsgelegenen, schwimmenden Eisschelfen. Das Eis in diesen Kanälen ist nur etwa halb so dick wie in der Umgebung, sodass ein Schwachpunkt entsteht, wenn sie in Kontakt mit dem wärmeren Ozean kommen. Bisher dachte man, so das Wissenschaftlerteam, dass die Kanäle hauptsächlich durch Schmelzprozesse des warmen Ozeanwassers gebildet werden. Doch sei dies den neuen Ergebnissen zufolge wohl nicht der alleinige Grund: „Unsere Studie belegt, dass Kanäle in der Eisschicht schon auf dem Land geformt werden können und dass die Größe der Kanäle signifikant von den Sedimentationsprozessen abhängt, die über viele Tausende von Jahren ablaufen“, erklärt Reinhard Drews, der Erstautor der Studie. Bisher sei noch unklar, welchen Einfluss die dünnschichtigen Kanäle auf die Stabilität des Schelfeises haben.

Der Zusammenhang zwischen dem Wassersystem unter dem Eis, der Ablagerung von Sedimenten und der Stabilität des Schelfeises sei bisher so nicht bekannt gewesen, sagt das Wissenschaftlerteam. Dies eröffne neue Möglichkeiten, die Schlüsselprozesse unter der antarktischen Eisschicht zu verstehen. Außerdem könne man mithilfe der neuen Ergebnisse die Ausdehnung der Eisschicht während der vergangenen Eiszeiten auf der Nordhalbkugel genauer rekonstruieren.


Publikation:
R. Drews, F. Pattyn, I.J. Hewitt, F.S.L. Ng, S. Berger, K. Matsuoka, V. Helm, N. Bergeot, L. Favier & N. Neckel: Actively evolving subglacial conduits and eskers initiate ice shelf channels at an Antarctic grounding line. Nature Communications, 9. Mai 2017, DOI: 10.1038/ncomms15228


Kontakt:
Dr. Reinhard Drews
Universität Tübingen
Fachbereich Geowissenschaften – Geodynamik
Telefon +49 7071 29-74252
reinhard.drews[at]uni-tuebingen.de


Darmspiegelung: erfolgreiche Krebsprävention bei minimaler Komplikationsrate



Mit einer landesweiten Studie im Saarland bestätigten Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Krebsregister Saarland, dass es während und auch nach einer Vorsorge-Darmspiegelung nur sehr selten zu Komplikationen kommt (0,38 Prozent aller Fälle). Zwischenfälle traten ausschließlich dann auf, wenn im Zuge der Untersuchung Krebsvorstufen entfernt wurden.

Fachleute gehen heute davon aus, dass durch die Vorsorge-Darmspiegelung, in deren Verlauf eventuell vorhandene Krebsvorstufen sogleich entfernt werden, die Mehrzahl der Fälle von Darmkrebs verhindert werden kann. Dafür sprechen alle bisherigen umfangreichen Beobachtungsstudien.

In seltenen Fällen jedoch kann es bei einer Darmspiegelung zu Darmblutungen oder gar zur Perforation der Darmwand kommen. Dem Erfolg in der Krebsprävention steht daher die Befürchtung gegenüber, dass ein breiter Einsatz der Vorsorgeuntersuchung zu einer inakzeptabel hohen Rate an Komplikationen führen könnte.

Hermann Brenner und seine Kollegen im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und im Krebsregister Saarland wollten mit einer großangelegten Studie klären, wie viele Komplikationen tatsächlich bei einem Routineeinsatz der Darmspiegelung auftreten. Dazu erfassten die Wissenschaftler alle medizinischen Zwischenfälle, die bei mehr als 5000 landesweit im Saarland im Zeitraum von 2010 bis 2013 durchgeführten Vorsorge-Darmspiegelungen aufgetreten waren.

Um ganz sicherzugehen, dass sie keine Komplikationen übersehen, fragten die Forscher sowohl bei den Ärzten als auch bei den Untersuchungsteilnehmern nach medizinischen Zwischenfällen während und innerhalb von vier Wochen nach der Koloskopie. Die Ergebnisse wurden anschließend mit den klinischen Unterlagen abgeglichen.

Bei den 5252 Untersuchungsteilnehmern waren insgesamt nur 20 (0,38 Prozent) medizinisch bestätigte Komplikationen aufgetreten. Dabei handelte es sich meist um Blutungen, nur in zwei Fällen um eine Perforation. Alle Zwischenfälle konnten erfolgreich behandelt werden.

"Bisherigen Untersuchungen zur Komplikationsrate wurde oft vorgeworfen, dass sie die Häufigkeit der Vorfälle unterschätzen. Zum einen, weil nur die im bundesweiten Register routinemäßig erfassten Komplikationen berücksichtigt wurden, zum anderen, weil sie nur diejenigen Komplikationen eingeschlossen hatten, die direkt während der Untersuchung aufgetreten sind. Beides haben wir nun in unserer aktuellen Erhebung berücksichtigt", sagt Studienleiter Hermann Brenner.

Die Studie bestätigt außerdem, was sich in früheren Untersuchungen bereits angedeutet hatte: Die seltenen Zwischenfälle traten bei Darmspiegelungen auf, bei denen fortgeschrittene Krebsvorstufen oder gar bösartige Tumoren entfernt wurden. Die Komplikationen sind also nicht Folge der Untersuchung, sondern der Gewebeentnahme. "Sie betreffen damit genau diejenigen Untersuchungsteilnehmer, und auch diese nur in ganz seltenen Fällen, die am meisten von der Vorsorge profitieren. Genau diesen Menschen hat die Entscheidung für eine Darmspiegelung möglicherweise das Leben gerettet", bewertet Brenner das Ergebnis.

Nadine Zwink, Bernd Holleczek, Christa Stegmaier, Michael Hoffmeister, Hermann Brenner: Complications during and within four weeks after screening colonoscopy in the German screening colonoscopy program: A prospective follow-up study. Deutsches Ärzteblatt 2017,
DOI: 10.3238/arztebl.2017.0321


Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Ansprechpartner für die Presse:

Dr. Sibylle Kohlstädt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2843
F: +49 6221 42 2968



Dienstag, 18. April 2017

NASA Space Station Cargo Launches aboard Orbital ATK Resupply Mission



OA-7 launch

Orbital ATK’s seventh cargo delivery flight to the International Space Station launched at 11:11 a.m. EDT April 18, 2017, on a United Launch Alliance Atlas V rocket from Space Launch Complex 41 on Cape Canaveral Air Force Station in Florida.
Credits: NASA TV
The International Space Station will be capable of dozens of new scientific investigations from NASA and around the world when Orbital ATK's Cygnus spacecraft delivers more than 7,600 pounds of cargo Saturday, April 22.
Orbital ATK’s seventh cargo delivery flight to the station launched at 11:11 a.m. EDT Tuesday on a United Launch Alliance Atlas V rocket from Space Launch Complex 41 on Cape Canaveral Air Force Station in Florida.

Expedition 51 astronauts Thomas Pesquet of ESA (European Space Agency) and Peggy Whitson of NASA will use the space station’s robotic arm to grapple Cygnus, about 6:05 a.m. Saturday. The spacecraft will remain at the space station until July before its destructive reentry into Earth’s atmosphere, disposing of several thousand pounds of trash.

This is the fourth flight of an enhanced Cygnus spacecraft, and the third using the Atlas V launch system. The spacecraft for this mission is named in honor of John Glenn, the first American to orbit Earth. Glenn, who died in December at age 95, was one of NASA's original seven astronauts and a retired U.S. Senator from Ohio.

The mission, which is under NASA’s Commercial Resupply Services contract, will support dozens of new and existing investigations as Expeditions 51 and 52 contribute to approximately 250 science and research studies.
Highlights from the new experiments will include studies on cancer-fighting drugs, crystal growth and atmospheric reentry.

In microgravity, cancer cells grow in 3-D, spheroid structures that closely resemble their form in the human body, enabling better tests for drug the efficacy. The ADCs in Microgravity investigation tests drugs designed as targeted cancer therapies called antibody-drug conjugates, developed by Oncolinx. These conjugates combine an immune-activating drug with antibodies and target only cancer cells, which could potentially increase the effectiveness of chemotherapy and reduce side-effects. Results from this investigation could help inform treatments for cancer patients and provide insight into how microgravity affects a drug’s performance.

The Solidification Using a Baffle in Sealed Ampoules (SUBSA) investigation originally was operated successfully aboard the station in 2002. Updated software, data acquisition, high definition video and communication interfaces will help advance understanding of the processes involved in semiconductor crystal growth. Investigations such as the CLYC Crystal Growth experiment will be conducted in the SUBSA Furnace and inserts. High-quality crystals are essential to a variety of applications, and a microgravity environment can produce better quality crystals. CLYC crystals grown aboard station can help researchers understand the exact conditions needed to produce the highest-quality, defect-free crystals.

The Thermal Protection Material Flight Test and Reentry Data Collection (RED-Data2) investigation studies a new type of recording device that rides alongside a spacecraft as it reenters Earth’s atmosphere, recording data about the extreme conditions it encounters. Scientists, so far, have been unable to monitor those conditions on a large scale, and a better understanding could lead to more accurate spacecraft breakup predictions, better spacecraft designs, and materials capable of better resisting the extreme heat and pressure during the return to Earth.

For more than 16 years, humans have lived and worked continuously aboard the International Space Station, advancing scientific knowledge and demonstrating new technologies, making research breakthroughs not possible on Earth that will enable long-duration human and robotic exploration into deep space. A global endeavor, more than 200 people from 18 countries have visited the unique microgravity laboratory that has hosted more than 1,900 research investigations from researchers in more than 95 countries.

Learn more about Orbital ATK's mission at:


Keep up with the International Space Station, and its research and crews, at:


Get breaking news, images and features from the station on Instagram and Twitter:
and


Alfred-Wegener-Institut unterstützt „March for Science“. Eine Stellungnahme von Direktorin Prof. Dr. Karin Lochte

Weltweit findet am Samstag, den 22. April 2017, ein „March for Science“ statt. An über 300 Orten gehen Menschen auf die Straße, um für die Freiheit von Wissenschaft und Forschung zu demonstrieren. Das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung begrüßt diese Initiative und unterstützt sie mit Plakatbotschaften an mehreren Standorten. Mitarbeiter des Instituts senden ihre solidarischen Botschaften an die Teilnehmer des „March for Science“  – unter anderem von der Open Ship Polarstern Veranstaltung in Bremerhaven, von Bord des Forschungsschiffs Heincke sowie von den Forschungsstationen Neumayer III in der Antarktis und AWIPEV in der Arktis. Einige Mitarbeiter des Instituts nehmen außerdem direkt an einem „March for Science“ teil. Dazu eine Stellungnahme von Direktorin Prof. Dr. Karin Lochte.

Die Wissenschaft bildet einen Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Sie war Keimzelle für Aufklärung und Demokratie, prägt unseren Alltag in nahezu allen Lebenslagen und wird für das Wohlergehen künftiger Generationen unverzichtbar bleiben. Sie lebt von der Freiheit des Denkens, von Toleranz und internationalem Austausch, von dem gemeinsamen Ziel, die Welt zu verstehen und sie mit friedlichen Mitteln jeden Tag noch ein Stück besser zu machen. Die Wissenschaft ist damit eine unserer wertvollsten Ressourcen. Aus diesen Gründen unterstützt das Alfred-Wegener-Institut den „March for Science“.

In einer Reihe von Ländern missbrauchen und verdrehen populistische Strömungen derzeit Fakten, um ihre eigenen Vorstellungen durchzusetzen. Unliebsame Forschung wird eingeschränkt und gute Wissenschaft wird in Frage gestellt. Dies könnte wichtige gesellschaftliche Fortschritte wie das Klimaabkommen von Paris ernsthaft gefährden. Eine große Gefahr besteht darin, dass das Vertrauen in die Wissenschaft generell untergraben wird, indem ihre Erkenntnisse von einflussreicher, politischer Ebene in Frage gestellt werden. Dies betrifft viele Bereiche, aber ganz besonders die Klima- und Umweltforschung, also auch die Forschung am Alfred-Wegener-Institut. Eine unserer Missionen ist es, Klimaveränderungen in den Polarregionen so exakt wie möglich zu dokumentieren und vorherzusagen. Wissenschaft muss auch unbequeme Wahrheiten benennen. Untersuchungen zu den Veränderungen in der Arktis und Antarktis, aber auch in der Nordsee, zeigen etwa deutlich die Auswirkungen des Klimawandels.

Diese Fakten müssen wir ernst nehmen. Auf ihrer Grundlage geben wir Empfehlungen, wie die Gesellschaft auf Veränderungen in ihrer Umwelt reagieren sollte. Eine angemessene Reaktion kann letztendlich aber nur erfolgen, wenn wissenschaftliche Ergebnisse auch akzeptiert werden. Es ist daher unbedingt notwendig, dass die Wissenschaft immer eine zuverlässige, vertrauenswürdige und unabhängige Quelle von Informationen für viele Entscheidungen der Gesellschaft bleibt. Dafür müssen wir kämpfen – als Wissenschaftler und als Bürger.


Hinweise für Redaktionen:
Ihr Ansprechpartner in der Abteilung Kommunikation und Medien ist Sebastian Grote (Tel: +49 (0)471 4831 - 2006; E-Mail: medien@awi.de).


Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der 18 Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Deutsches Krebsforschungszentrum: Psychische Belastungen bei Krebs. Und Link-Tipps

Psychische Belastungen bei Krebs

Die Diagnose Krebs stellt das Leben auf den Kopf und kann Patienten ebenso wie Angehörige enorm belasten. Rund 30 Prozent aller Patienten leiden unter einer psychischen Begleiterkrankung, darunter Angststörungen und Depressionen. Wer kann Patienten und Angehörigen dabei helfen, die psychischen Belastungen zu bewältigen? Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums nennt auf seinen Internetseiten www.krebsinformationsdienst.de Adressen von Ansprechpartnern im gesamten Bundesgebiet.

Auch jenseits der Diagnose und des ersten Schocks kann es im Verlauf einer Krebserkrankung zu psychischen Beeinträchtigungen kommen. Die Auslöser hierfür sind vielfältig: Belastende Eingriffe und Therapien, Auswirkungen auf Familie und Beruf oder auch das Weiterleben mit einer unsicheren Prognose. In diesen Situationen kann es eine große Hilfe sein, Fachleute an der Seite zu haben, die erfahren in der Begleitung von Krebspatienten sind: Psychoonkologen befassen sich mit den seelischen und sozialen Folgen einer Krebserkrankung. Sie unterstützen Patienten und ihre Angehörigen und bieten bei Bedarf Hilfe.

Psychoonkologische Angebote
Erfahrene Psychologen, Pädagogen und Sozialarbeiter leisten in ambulanten Krebsberatungsstellen "erste Hilfe" und begleiten Patienten und Angehörige während der Therapie. Auch in vielen Kliniken gibt es spezielle Beratungsangebote für Betroffene. Gespräche bieten Raum für Fragen, Sorgen und Gefühle, die Betroffene und Angehörige umtreiben. Auch sozialrechtliche Fragen kommen zur Sprache, etwa zur finanziellen und beruflichen Situation. Viele Krebsberatungsstellen bieten auch spezielle Programme an, wie zum Beispiel Informationsabende, Entspannungskurse oder Gesprächsgruppen. Wenn die seelische Belastung ausgeprägt ist und länger andauert, kann eine Psychotherapie helfen. Diese umfasst regelmäßige Gespräche, meist in einer psychotherapeutischen Praxis. Themen wie anhaltende Ängste, Niedergeschlagenheit oder andere Beeinträchtigungen des seelischen Wohlbefindens können gemeinsam bearbeitet werden. Liegt eine Depression vor, können zusätzlich Medikamente sinnvoll sein.

Wer übernimmt die Kosten?
Die psychoonkologische Beratung ist für Patienten und Angehörige in Akut- und Rehabilitationskliniken und psychosozialen Krebsberatungsstellen in aller Regel kostenfrei. Die Kosten für eine ambulante Psychotherapie können von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, wenn eine entsprechende Belastung vorliegt und der Therapeut über eine Kassenzulassung verfügt.

Von Betroffenen für Betroffene
Neben der professionellen Hilfe ist für viele Krebspatienten die Begegnung mit Menschen hilfreich, die ein ähnliches Schicksal teilen. Je nach Krebserkrankung gibt es unterschiedliche Selbsthilfeorganisationen. In Gruppentreffen oder über das Internet tauschen sich Betroffene aus, geben konkrete Tipps und Erfahrungen weiter und setzen sich gemeinsam für ihre Interessen in Gesundheitspolitik und Öffentlichkeit ein.


* Mehnert A et al. (2014): Four-week prevalence of mental disorders in patients with cancer across major tumor entities. Journal of Clinical Oncology 32. S. 1-14.


Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums - Link-Tipps
Bundesweites Verzeichnis psychosozialer Krebsberatungsstellen

Psychotherapeutische Praxen, die auf die Behandlung von Krebspatienten spezialisiert sind

Bundesverbände der Selbsthilfeorganisationen


Fragen zu Krebs? Wir sind für Sie da.
0800 - 420 30 40 täglich von 8:00 - 20:00 Uhr

Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums beantwortet alle Fragen rund um das Thema Krebs - am Telefon (0800-420 30 40), per E-Mail (krebsinformationsdienst@dkfz.de) sowie in persönlichen Sprechstunden in Heidelberg und Dresden. Das geschulte Ärzteteam geht mit fundierten fachlichen Informationen auf individuelle Fragen ein. Die Internetseite www.krebsinformationsdienst.de liefert aktuelles Wissen, nützliche Tipps und Adressen. Mit eigener Telefonnummer (0800-430 40 50) und E-Mail-Adresse (kid.med@dkfz.de) ist der KID auch Anlaufstelle für medizinische Fachkreise. Der Krebsinformationsdienst ist ein kostenfreies Angebot des Deutschen Krebsforschungszentrums. Er kann daher unabhängig informieren, frei von Interessenkonflikten und ohne Werbung.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Ansprechpartner für die Presse:

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Dr. Stefanie Seltmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 42-2854
Fax: +49 6221 42-2968


Donnerstag, 13. April 2017

Zukunft des Raumtransports: Verändern große Satellitennetzwerke unseren Weg ins All? - 5. Industrial Days des DLR am Standort Lampoldshausen



Prof. Pascale Ehrenfreund eröffnete die 5. Industrial Days
Quelle: DLR/Frank Eppler



Der Stellenwert der globalen Vernetzung in der Raumfahrt ist enorm gestiegen. Die immer breitere Digitalisierung und die damit einhergehende stetig wachsende Datenmenge definieren die Anforderungen an den Raumfahrtsektor neu. Pläne für einen langfristigen Ausbau großer Satellitennetzwerke im All als Basis für ein weltweites Kommunikationssystem manifestieren sich zunehmend. Der Betrieb und die Nutzung von Kleinsatellitennetzwerken im Low Earth Orbit (LEO) bietet zukünftig vielfältige kommerzielle Anwendungen wie beispielsweise in der Erdbeobachtung oder im Katastrophenmanagement. Sind unsere Trägersysteme als Basis für den Aufbau der neuen Satelliteninfrastrukturen am besten geeignet? Und welche Anforderungen und technische Konsequenzen an die europäischen Trägersysteme ergeben sich hieraus? Über die Zukunft des europäischen Raumtransports sprachen führende Vertreter aus Raumfahrtagenturen, Industrie und Wissenschaft bei den 5. Industrial Days des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Standort Lampoldshausen vom 11. bis 12. April 2017.

Raumfahrt neu denken

Die europäischen Trägerraketen mit Ariane, Vega und Sojus gehören zu den zuverlässigsten Systemen auf dem globalen Markt. Digitalisierung und Vernetzung verändern zunehmend die Art, wie wir die Raumfahrt nutzen – im Raumtransport zeichnet sich diese Veränderung schon heute spürbar ab. „Es ist wichtiger denn je, den Grundgedanken der bewährten Trägersysteme auf den Prüfstand zu stellen. Der innovative Kerngedanke ist der ressourcenschonende und individuelle Raumtransport“, fasste Prof. Pascal Ehrenfreund, Vorsitzende des DLR-Vorstands, den Wandel in einem digitalen Umfeld zusammen. „Der Launcher der Zukunft muss noch stärker als bislang nach marktwirtschaftlichen Zielen ausgerichtet sein: Er umfasst Innovationen aus anderen Industrien, ist anwendungs- und kundenorientiert sowie schnell verfügbar“, ergänzte Prof. Ehrenfreund.

Der Weg zur Ariane 6 und darüber hinaus

Wettbewerbsfähig und zuverlässig, leistungsfähig und flexibel – diese Adjektive beschreiben die Ariane-Trägerfamilie, die nun in der Ariane 6 konsequent weitergeführt werden sollen. Im Ariane-6-Programm hat Airbus Safran Launchers, industrieller Hauptauftragnehmer, die entscheidenden Meilensteine erreicht: Zum einen wurde die technische Reife des Trägersystems bestätigt, zum anderen hat die Europäische Weltraumorganisation ESA mit der Unterzeichnung einer Zusatzvereinbarung zum ursprünglichen Ariane-6-Vertrag die nötigen Mittel für den Abschluss der Entwicklung und der Industrialisierung freigegeben. Von großer Bedeutung ist es dabei, die Startkosten zu senken, ohne die Zuverlässigkeit des Trägers einzuschränken. Zugleich sollen die Leistungsfähigkeit und Kosteneffizienz der Ariane 5 weiter erhöht werden, um auf einem immer härter umkämpften Markt bestehen zu können. Ab 2023 soll die Ariane 6 bis zu zwölfmal im Jahr fliegen und die bestehende Ariane 5 ersetzen.

Die Indienststellung der Ariane 6 haben die europäischen Raumfahrtakteure fest im Blick. Darüber hinaus verfolgt Europa schon heute aktiv die Vorbereitung eines künftigen Trägersystems: Im „Prometheus-Projekt“ arbeiten die französische nationale Raumfahrtagentur CNES, Airbus Safran Launchers und das DLR gemeinsam an der Entwicklung eines kostengünstigen, schubstarken und wiederverwendbaren Raketentriebwerks, das mit Flüssigsauerstoff (LOX) und Methan angetrieben werden soll. Die Nutzung von Methan als Raketentreibstoff wird seit Jahrzehnten in unterschiedlichen Projekten weltweit untersucht. Ein LOX/Methan-Antrieb kam jedoch bislang noch nie in einer Trägerrakete zum Einsatz. Die Forschung und Technologieentwicklung im Rahmen des „Prometheus-Programms“ sind seit der ESA-Ministerratskonferenz in 2016, dem politischen Gremium der europäischen Raumfahrtpolitik, Teil des Future Launchers Preparatory Programme (FLPP) der ESA.

Forschen für den Einstieg in neue Technologien

In der Entwicklung neuer flüssiger chemischer Raumfahrtantriebe spielt die Treibstoffkombination Methan und Flüssigsauerstoff eine vielversprechende Rolle. Die Möglichkeiten von Methan reichen von einer Ergänzung zu den derzeitigen Flüssigkeitsantrieben der Ariane-Trägerraketen bis hin zum vollständigen Ersatz von Flüssigwasserstoff. Im „Prometheus-Projekt“ arbeiten DLR-Ingenieure nun daran, die LOX/Methan-Technologie möglichst schnell zu entwickeln und für die europäische Raumfahrt zum Einsatz zu bringen. Die Ziele sind klar formuliert: Bereits in 2016 sind Airbus Safran Launchers und das DLR-Institut für Raumfahrtantriebe eine Allianz eingegangen, um zügig die LOX/Methan-Technologie voranzutreiben. Während die Ingenieure von Airbus Safran Launchers einen entsprechenden Technologiedemonstrator designt und gefertigt haben, bauten die DLR-Ingenieure den Prüfstand P3 auf die komplett neuen Bedingungen, insbesondere der Treibstoffversorgung, um. In einer zwölf Monate dauernden Testkampagne erzielten die Projektpartner wichtige Ergebnisse zur Weiterentwicklung notwendiger kritischer Technologien wie beispielsweise der Brennkammer. „Mit dieser Testkampagne haben wir den Einstieg in die neue LOX/Methan-Technologie bereitet“, erläuterte Dr. Gerald Hagemann, verantwortlicher Engineering-Leiter für flüssige Raumfahrtantriebe bei Airbus Safran Launchers. Ziel ist es, nach Abschluss der Vulcain 2.1 Testkampagne, dem Hauptstufentriebwerk der Ariane-6-Rakete, ein LOX/Methan-Technologiedemonstrator mit 100 Tonnen Schub unter repräsentativen Bedingungen auf dem Prüfstand P5 des DLR Testzentrums für Raketenantriebe in Lampoldshausen zu testen. Dieses LOX/Methan-Triebwerk hat das Potenzial, die Kosten des in den 1980er Jahren entwickelten europäischen Hauptstufentriebwerks Vulcain um den Faktor zehn zu verringern.

DLR Lampoldshausen – Testzentrum als Rückgrat des europäischen Raumtransports

„Bei der Entwicklung der LOX/Methan-Technologie bringt das DLR Lampoldshausen seine einzigartigen Kompetenzen als europäischer Test-und Entwicklungsstandort für alle flüssigen chemischen Raumfahrtantriebe ein“, betonte Prof. Stefan Schlechtriem, Direktor des DLR-Instituts für Raumfahrtantriebe. Der wegweisende Ausbau der Forschungsaktivitäten ist dafür entscheidend, dass Lampoldshausen innerhalb der bestehenden Allianzen weit über die Entwicklung der Ariane-6-Rakete hinaus das europäische Testzentrum für alle flüssigen chemischen Raumfahrtantriebe bleibt. „Unsere Zukunft beim DLR Lampoldshausen liegt neben dem Betrieb der Prüfstandsanlagen auch in der Systemkompetenz“, ergänzte Prof. Stefan Schlechtriem. So werden beispielsweise im neuen DLR-Projekt „LUMEN“ die Forschungsziele von der Komponentenebene auf die Systemebene eines gesamten Antriebs erweitert. Im Rahmen von „LUMEN“ wird dabei ein pumpengefördertes LOX/Methan-Triebwerk entwickelt und später am europäischen Forschungs- und Technologieprüfstand P8 auf dem DLR-Gelände getestet. „Gemeinsam mit unseren Projektpartnern von Airbus Safran Launchers und CNES erzielen wir hierbei Ergebnisse, die wir den Triebwerksentwicklern in einer frühen Phase zur Verfügung stellen können“, erläuterte Prof. Schlechtriem den Ausbau der Forschungsaktivitäten. Auch im Betrieb großer Prüfstandsanlagen werden markante Zeichen gesetzt: „Wir erarbeiten ein Konzept für einen effizienten und optimierten Betrieb der Prüfstandsanlagen, bei dem die Digitalisierung und Technologien aus dem Bereich Industrie 4.0 zum Einsatz kommen. Aspekte wie Flexibilität hinsichtlich Treibstoffversorgung, Datenverarbeitung, Qualität und Arbeitssicherheit stehen hierbei im Vordergrund. Die Voraussetzung für einen langfristigen Erfolg ist dabei vor allem die Fähigkeit, schnell auf Veränderungen reagieren zu können“, so Schlechtriem weiter.

DLR seit mehr als 55 Jahren in Lampoldshausen

Das DLR am Standort Lampoldshausen betreibt einmalige Prüfstände und Anlagen zum Testen von Raketenantrieben, die für die europäische Raumfahrt von entscheidender Bedeutung sind. Diese Testanlagen decken das gesamte Portfolio der Testanforderungen ab: vom Komponententest über die Triebwerkstests hin zur Erprobung ganzer Raketenstufen. Es werden sowohl Versuche für Forschung und Entwicklung durchgeführt als auch Qualifikations- und Charakterisierungstests.

Um möglichst flugähnliche Testbedingungen zu haben, simulieren die Prüfstände die Rakete. Die Triebwerke werden stufenähnlich über die entsprechenden Schnittstellen mit allen Treibstoffen und Fluiden versorgt. Die Testanlagen messen die Daten, steuern, regeln und überwachen die Prüflinge im laufenden Betrieb. Weiterhin stellen die Prüfstände bei Bedarf besondere Umgebungsbedingungen her. Bei der sogenannten Höhensimulation werden Satelliten- und Oberstufentriebwerke im Vakuum getestet. Die extrem heißen und schnellen Triebwerksabgase werden direkt abgesaugt und über eine spezielle Anlage so kontrolliert weggefördert, dass das Triebwerk selbst dauerhaft unter Weltraumbedingungen betrieben werden kann.

Die Forschungsarbeiten finden auf verschiedenen Skalen statt, von Untersuchungen am Laborbrenner bis zu Tests unter Bedingungen, wie sie für Stufenantriebe wie beispielsweise Vulcain 2.1 und Vinci repräsentativ sind. Dies wird durch die in Europa einzigartige Infrastruktur des Standorts und die Expertise im Entwurf und im Testen von Forschungsbrennkammern ermöglicht. „So können neue Technologien unter repräsentativen Bedingungen verifiziert werden“, erläuterte Prof. Stefan Schlechtriem. „Unsere Forschungs- und Testaktivitäten tragen so entscheidend zur Zukunft des europäischen Raumtransports bei.“



Kontakte:

Prof. Dr. Stefan Schlechtriem  
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Direktor Institut für Raumfahrtantriebe
Tel.: +49 6298 28-203

Anja Kaboth  
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Kommunikation Lampoldshausen
Tel.: +49 6298 28-201
Fax: +49 6298 28-112

Wie finde ich heraus, ob ich hochbegabt bin?


Wenn Sie sich die Frage stellen: „Wie finde ich heraus, ob ich hochbegabt bin?“ – dann werden Sie hier Antworten finden. Ich habe die Informationen davon abhängig gemacht, wie gesichert Sie wissen wollen, ob Sie hochbegabt sind. Deshalb meine Frage an Sie: „Wie GESICHERT wollen Sie wissen, ob Sie hochbegabt sind?“

Meine Antworten lassen sich in drei Kategorien einteilen:

Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier können Sie mal schnuppern, wie Hochbegabte so ticken.

Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier bekommen Sie Tipps, was Sie tun können, um herauszufinden, ob Sie tendenziell hochbegabt sind.

Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – Adressen. Hier können Sie sich zum IQ-Test anmelden. Das Ergebnis des IQ-Test sagt Ihnen, wie hoch Ihr IQ ist. Ist er über 130 Punkte, sind Sie hochbegabt. Über 145 Punkte sind Sie höchstbegabt.

Aber was ist überhaupt HOCHBEGABUNG?

Die Antwort ist einfach. Treffend hat sie einmal der Psychologe Dr. Jürgen vom Scheidt so beantwortet: „Es ist das intellektuelle Potenzial von jemandem, der in einem der gängigen und anerkannten Intelligenztest einen IQ-Wert von 130 Punkten und mehr erzielt. Dies betrifft, streng genommen, 2,27 Prozent der Bevölkerung.“http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 20.09.2015

Und was ist HÖCHSTBEGABUNG?

Ganz einfach. Dr. Sylvia Zinser schreibt: „Ist der IQ über 145 so spricht man von Höchstbegabung.“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

Allen Hochbegabten und Höchstbegabten empfehle ich das informative, spannende und vergnügliche „Sylvia Zinser's Sammelsurium“http://zinser.no-ip.info/~szinser/ Stand: 19.09.2015 Hier erfahren Sie nicht nur etwas über den IQ, sondern auch über „Brot, Schwaebische Traeubleskuchen sowie über diverse Weihnachtsplätzchen“http://zinser.no-ip.info/~szinser/backen.htmlx Stand: 19.09.2015

Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Man sagt oft von Hochbegabten: „Die haben eine 1 (Bestnote) in Mathe – können aber ihre Schuhe nicht richtig zubinden“. Soll heissen: das Denken funktioniert (in bestimmten Bereichen) ausgezeichnet – aber im Alltäglichen kommen sie mit bestimmten Situationen nicht gut zurecht. Nach meinen Erfahrungen ist diese Aussage für einige Hochbegabte wirklich sehr zutreffend – für andere weniger bis gar nicht.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Bei meinem Mathelehrer hatte ich so gut wie immer eine 1. Allerdings hatte ich auch eine Mathelehrerin. Sie war eher der Typ „Geschichtenerzählerin“. Sie sprach gerne über ihre Lieblingsrezepte, ihre Backkunst und ihren Hund. Ich war so damit beschäftigt, herauszufinden, was das mit Arithmetik zu tun hatte, dass ich ihr, wenn es denn mal was zu rechnen gab, kaum noch folgen konnte.

Meine Noten in Mathe lagen bei ihr im Mittelfeld. Und ich war richtig dankbar als der in meinen Augen „richtige“ Lehrer kam. Der mir Mathe so erklärte, dass ich es verstanden habe. Ich machte Überstunden in Mathe und liess mir extra Hausaufgaben geben. Nein, ich war keine Streberin. Ich hatte einfach Spass an Problemlösungen. Aber wenn ich meine Strickjacke zuknöpfen sollte – da gab es Stress für mich. Jedenfalls dieser Lehrer schickte mich zum Schulpsychologen, der mich positiv auf Hochbegabung testete. Da er sagte: „Du darfst mit niemandem darüber reden, dass Du diesen IQ von … hast.“ – dachte ich: vielleicht ist es eine Krankheit oder sonst wie ansteckend. Ich habe nie darüber gesprochen. Erst vor gut zehn Jahren habe ich mich in meiner Familie geoutet.

Meine Kollegin Alexandra in unserem Markt- und Sozialforschungs-Institut war da ähnlich unterschiedlich in ihrer Mathe-Begabung. Obwohl sie ein echtes Mathe-Genie ist, gab es auch für sie Grauzonen. Normalerweise hörte sie von einer Aufgabe oder schaute auf das Papier. Und schwupp – schon hatte sie die Lösung. Manchmal trat sie einen Wettstreit mit unserem Computer an. Nicht immer war unser PC der Gewinner. Doch dann gab es für sie echte Herausforderungen: Wenn sie ohne Hilfsmittel Prozent rechnen sollte, versagte sie fast jedes Mal. Nicht mal 10 Prozent von 100 konnte sie richtig errechnen. Allein bei dem Wort „Prozentrechnen“ driftete sie immer ab. Im Laufe der Zeit wurde es allerdings besser.

Ich will damit sagen: Nicht alle Hochbegabte sind Mathe-Genies. Nicht alle Mathe-Genies sind fehlerlos. Tröstlich ist, was Albert Einstein einmal über Mathe gesagt hat: „Mach' dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.“

Mit anderen Worten: Nicht jeder Hochbegabte glänzt in Mathe. Eine Klientin von mir war die Vorgesetzte der ehemaligen Lehrerin eines Fußballnationalspielers (Weltmeister!). Er hatte wenig Interesse an Zahlen und sagte bereits in jungen Jahren zu der Lehrerin: „Warum soll ich Rechnen lernen? Ich werde mal ein berühmter Fußballspieler. Und dann kann ich mir so viele Rechenkünstler leisten wie will.“ Die Lehrerin staunte. Doch der Junge hatte Recht. Er ist hochbegabt UND hochsensitiv.

Hochbegabte können sehr gut oder gut rechnen – oder auch gar nicht. Was sind nun die die typischen Eigenschaften von Hochbegabten?

Gehen wir noch einen Schritt zurück. Genauso wie nicht alle Kölner lustig sind, nicht alle Münchner Lederhosen tragen und nicht alle Hamburger einen Segelschein haben – so sind auch nicht alle überdurchschnittlich intelligenten Menschen so oder so.

Nehmen wir einmal eine Einteilung der Hochbegabten vor, die Jürgen vom Scheidt heraus gearbeitet hat. Er unterteilt fünf (drei plus zwei) Gruppen. Selbstredend gibt es noch andere Kategorien – dazu komme ich noch.

Scheidt zufolge gibt es – vereinfacht ausgedrückt – bei den Hochbegabten, abhängig von dem Kriterium „Erfolg in der Schule, im Beruf“ folgende Trias:

O Ein Drittel, die ihre „Begabung erfolgreich verwirklicht“ haben. Sie sind Topmanager/innen, Spitzensportler/innen, Unternehmer/innen, Künstler/innen, Wissenschaftler/innen usw. Sie wurden z.B. von der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ oder anderen Institutionen erkannt und gefördert.

O Ein Drittel sind sogenannte „Latente“: Sie spüren, ahnen oder wissen um ihre Begabung, kommen aber nicht so einfach aus dem Quark. Die Psychologin und Expertin für Hochbegabung, Andrea Brackmann, schreibt in ihrem zweiten Buch, dass „Hochbegabung Mut erfordere“ http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015. Bei dieser Gruppe verstehen wir, warum das so ist.

O Ein Drittel sind nach Scheidt die „Underachiever“ („Minderleister“). Sie könnten schon – wollen aber (noch?) nicht erfolgreich sein. Speziell zu Minderleister/innen in der Schule noch einmal Sylvia Zinser: Ihr Geheimtipp J: MOTIVIEREN! http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

So, das sind unsere drei Gruppen – zwei kleine Gruppen fehlen noch:

O Es sind die „Entgleisten“: sie sind erfolgreich – aber auf kriminelle oder soziopathische Weise.

O Dies sind die Höchstbegabten wie etwa Einstein und Freud.

Alle Infos zu dieser Einteilung in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt: http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015

Wer bis hierher tapfer durchgehalten hat – wird jetzt belohnt. Jeder Mensch, der denkt: Analyse? Mathe? Logik? Das sind jetzt nicht so meine Stärken. Ich bin eher der Musiker, die Malerin, der Tänzer, die Fotografin, der Praktiker. Gut so. Es gibt insgesamt sieben Felder der Hochbegabung: mein Bruder Helmut glänzt z.B. durch „Praktische Intelligenz“: Er erkennt sofort im realen Leben wie man es richtig zumindest aber besser machen kann. Mir bleibt diese Art zu denken verborgen. Zumindest müsste ich viele Bücher lesen, um diese Dinge verstehen zu können. Mir fällt es schon schwer genug, meine Jacke richtig zuzuknöpfen.

Prof. Werner Stangl zitiert Prof. Kurt Heller auf seinen Seiten zu den Themen „INTELLIGENZ UND HOCHBEGABUNG“ wie folgt:

„Nach Heller (2000) gibt es folgende Begabungsfaktoren:

O Intellektuelle Fähigkeiten (sprachliche, mathematische, technisch-konstruktive, abstrakte, begrifflich-logische, etc. Fähigkeiten)

O Sozial-emotionale Fähigkeiten

O Musisch-künstlerische Fähigkeiten

O Musikalische Fähigkeiten

O Kreativität (sprachliche, mathematische, technische, gestalterische, etc. Kreativität)

O Psychomotorische Fähigkeiten (Sport, Tanz, etc.)

O Praktische Intelligenz“

http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/testintelligenzhochbegabt.html Stand: 19.09.2015

Wir sehen: Hochbegabung ist spannend. Und es wird noch spannender.

Nehmen wir noch eine weitere Differenzierung vor: Hochbegabte sind oft auch hochsensibel und/oder hochsensitiv. Ihre Sinne sind stärker ausgeprägt. Zum einen (hochsensibel) sind ihre normalen Sinne (hören, riechen, schmecken, fühlen, sehen) intensiver (Künstler/innen, Star-Köch/innen, Parfümeur/innen – einige haben auch ein begnadetes „Fingerspitzengefühl“ wie etwa Handerker/innen und Chirurg/innen u.a.m.). Und/oder andererseits ist ihre Wahrnehmung (hochsensitiv) tiefer: Diese Hochbegabten haben den sechsten (hellhörig), siebten (hellfühlig) und achten (hellsichtig) Sinn wie etwa Goethe, Einstein und Leonardo da Vinci. Wie sagte Albert Einstein?: „Was wirklich zählt, ist Intuition.“

Bei einer solchen Differenzierung: Wo gibt es da noch Gemeinsamkeiten?

Ich fange mal mit den Tendenzen an: Diejenigen, die in der ‚Flüchtlingszeit im Sommer 2015‘ kreativ, beherzt und schnell helfen – können hochbegabt sein. Denn diese Merkmale findet man oft unter den hohen IQ’lern. Der eine organisiert geschickt, die andere übersetzt, der nächste weiss, wer wo wie helfen kann. Schnelligkeit ist für Hochbegabte so natürlich wie das Atmen. Klar, dass nicht jede/r in allen Bereichen gleich schnell ist. Wenn Sie wüssten, wie lange ich brauche, um meine Jacke zuzuknöpfen …

Doch weiter: Gerechtigkeit für jedermann ist stark vorhanden bei den Begabten ebenso so wie vernetztes Denken und Handeln. Nach Andrea Brackmann gehört das „Mehr von allem“ oft zum Repertoire. Wie etwa das „Erfassen kompletter Zusammenhänge“, „Auffinden vielfältiger Lösungswege“ sowie „hohes Einfühlungsvermögen“. Wie gut, dass Hochbegabte oft nur wenig Schlaf brauchen (4 bis 6 Stunden).

Selbstredend gibt es nicht nur diese sonnigen Seiten der hochtalentierten Menschen. Ihre Schattenseiten sind nicht nur für die Beteiligten selbst unangenehm: Oftmals übersteigerte Konzentration bei den SPEZIALISTEN auf ein Spezialthema (Musik oder Sport oder Politik oder Finanzen oder Sprachen oder oder oder). Bei denGENERALISTEN ist es etwas anders: Hier überwiegt die Vielseitigkeit, die sich in mehreren Berufen und Hobbies zeigt. Bei beiden wird die Familie, werden Freund/innen und Kolleg/innen schon mal etwas vernachlässigt. Denn Hochbegabte sind oft Perfektionist/innen. Und es kann mal etwas länger dauern bis sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind.

Routine ist ihnen oft ein Gräuel. Manche finden kreativ alternative Wege um dieser Routine immer wieder auszuweichen. Andere plagen Zweifel und Gewissensbisse. Geduld ist ebenfalls keine Stärke der Hochbegabten. Auch nicht begabt sind diese Menschen, wenn es um „einfache Aufgaben“ geht. Die Hochtalentierten sind zumeist empfindlich. Empfindlich gegenüber Lärm, Licht und manche auch gegenüber Berührungen.

So ist es zu verstehen, dass Hochbegabte an bestimmten „Allergien“ leiden, die Andrea Brackmann in ihrem Buch so schlüssig schreibt. Es sind die „hässlichen Worte“ für Hochbegabte wie etwa „Betriebsausflug“, „Stammtisch“, „Schützenfest“, „Höflichkeitsfloskeln“, „Grossraumbüro“. http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015

Hingegen lieben Hochbegabte oft „Querdenker/innen“, „Nobelpreisträger/innen“, „Verarbeitungsgeschwindigkeit“, „Freiheit“, „Endlos-Fragen“, „Monologe“ sowie „Spezielle Themen wie etwa die frühkindliche Entwicklungsphase des Kaiserschnurrbarttamarins, die Pflege der Araukarie oder den „Compte rendu au Roi“ des Finanzminister Jacques Neckers in der Zeit der Französischen Revolution.

Für Hochbegabte ist das alles „normal“ – während das „Normale“ schon sehr schwierig sein kann. Viele habe da ein Selbstverständnis wie Albert Einstein: "Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig."

Wenn Sie das alles gelesen haben, sind Sie an Hochbegabung interessiert. Die anderen haben eh längst das Weite gesucht. Vielleicht wollen Sie genauer wissen, ob Sie hb sind – „hb“ ist das Kürzel bei den „HB“ (Hochbegabten) für „hochbegabt“. Und deshalb gehen wir jetzt auf die nächste Stufe über.

Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Ich habe hier IQ-Informationen zusammen gestellt, die Ihnen eine Tendenz Ihrer Begabung aufzeigen können.

O Den ersten IQ-Test habe ich 2005 in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt gefunden http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276Stand: 19.09.2015. Obwohl ich mit einiger Skepsis an diese Fragen heranging – mein Test beim Schulpsychologen hat damals mehr als eine Stunde gedauert, wie soll man in wenigen Minuten ein ähnliches Ergebnis erzielen können? – war die Antwort jedoch fast exakt dieselbe, die ich Jahre zuvor vom Psychologen in meiner Schule erhalten habe. Chapeau! Für den Autor.

O Auch wenn mir die Headline sehr plakativ erscheint – diese Information verdient ebenfalls Ihr Interesse: „IQ-Test: Gehören Sie zur Grips-Elite?“ http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/iq-test-gehoeren-sie-zur-grips-elite-a-505427.html Stand: 19.09.2015

O Ein weiterer Test, der Ihnen tendenziell Informationen über Ihre Begabung geben wird, ist von der „Süddeutsche Zeitung“: „Der kostenlose IQ-Test online mit Sofortergebnishttp://iqtest.sueddeutsche.de/ Stand: 19.09.2015

O “MENSA” ist das grösste Netzwerk für Hochbegabte. Der Mensa Online-Test ist jedoch eher ein „Spiel“ als ein zuverlässiges Instrument der Begabungsanalyse. Wenn Sie Lust haben: Spielen Sie mal. Mensa weist ausdrücklich darauf hin: „Sie sollten die Ergebnisse dementsprechend nicht allzu ernst nehmen.“https://www.mensa.de/online-iq-test-raetsel/mensa-online-test/Stand: 20.09.2015

O Und hier ist die englische Variante von MENSA International: „Mensa Workout“ https://www.mensa.org/workout/quiz/1 Stand: 20.09.2015

Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Wenn Sie jetzt bereit sind und der Stunde der Wahrheit – dem wirklich und wahrhaftigen IQ-Test – ins Auge blicken wollen… Dann melden Sie sich an – zum anerkannten IQ-Test.

Meine Empfehlungen:

O Mensa. Der Test dauert 90 Minuten, kostet 49 Euro und wird in 80 Städten in Deutschland durchgeführt. Getestet werden Menschen ab 14 Jahre. https://www.mensa.de/intelligenztest Stand: 20.09.2015

O Bei einer Psychologin – einem Psychologen – aus dem ExpertenkreisHOCHBEGABUNG/POTENTIALE der Sektion "Freiberufliche Psychologen" im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) e.V. den IQ-Test machen http://www.die-hochbegabung.de/german/index.html Stand: 20.09.2015

O Sie fragen im Familienkreis, bei Freund/innen oder in der Schule/Universität nach einer Empfehlung für den IQ-Test.

Ich drücke schon mal die Daumen!

Für das CAMPUS-RADIO Bonn interviewte ich einmal die höchstbegabte „First“ Lady – Gründungsmitglied – von Mensa Deutschland, Dr. Ida Fleiß. Dabei lernte ich eine kluge, warmherzige und höchst kreative Dame kennen, der es „zu simpel“ war, ihren „Doktor“ in Europa zu machen. Kurz entschlossen reiste sie nach Asien, lernte die Sprache und schaffte auf Anhieb ihre Promotion. Sie konnte schon immer weit und um die Ecke denken.

Als ich sie jedoch fragte: Haben wir schon für jede Intelligenz ein angemessenes Messverfahren – will sagen: Können wir schon jede Begabung testen – sagte sie traurig: Nein. Daran müssen wir noch arbeiten.

Ich möchte diese Erkenntnis all denen mit auf den Weg geben, die sich zwar für hochbegabt halten, aber in einem der IQ-Tests nicht die Schallgrenze von 130 durchbrechen konnten.

Allen Menschen, die Spass an Mathe haben – ja, die speziell eine Vorliebe für das Kopfrechnen hegen, empfehle ich die Seite eines Freundes von Ida Fleiss: Dr. Dr. Gert Mittring http://www.gertmittring.de Gert Mittring ist der amtierende Weltmeister im Kopfrechnen.

© Lilli Cremer-Altgeld, 2015

Wissenschaftsautor Ernst Probst schreibt über "Rekorde der Urzeit"

Wissenschaftsautor Ernst Probst schreibt über  "Rekorde der Urzeit"
Mammut von Othenio Abel

Mammutprojekte gibt es nicht

Wiesbaden – Die in der Politik, in den Medien, in der Wirtschaft und in der Wissenschaft oft gebräuchlichen Begriffe Mammutprogramm, Mammutprojekt, Mammutaufgabe, Mammutsitzung oder Mammutehe im Sinne von etwas besonders Großem sind völlig fehl am Platz. Denn das eiszeitliche Mammut mit dem wissenschaftlichen Artnamen Mammuthus primigenius war in Wirklichkeit nicht das größte Rüsseltier, sondern mit einer Schulterhöhe von etwa 3 Metern kleiner als ein heutiger Afrikanischer Elefant.

Darauf weist der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst in seinem Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" hin, das bei „GRIN Verlag für akademische Texte" erschienen ist. Die größten Elefanten sind – laut Probst – die Waldelefanten (Palaeoloxodon antiquus) und Steppenelefanten (Mammuthus trogonterii) im Eiszeitalter gewesen, die eine Schulterhöhe von ungefähr 4,50 Metern erreichten. Er glaubt aber nicht, dass statt Mammutprogramm und Mammutsitzung künftig Waldelefanten- oder Steppenelefantensitzung gesagt werden wird.

Mammute existierten im Eiszeitalter (Pleistozän) etwa vor 250.000 bis 12.000 Jahren in Europa., aber auch in Asien, Amerika und Afrika. Sie sind durch ein dichtes Fell mit bis zu 35 Zentimeter langen Wollhaaren und darüber liegenden Deckhaaren gut gegen Kälte geschützt gewesen.

Außerdem hatten sie eine 3 Zentimeter dicke Haut und eine dicke Fettschicht. Ihre Stoßzähne waren bis zu 4 Meter lang und wogen pro Exemplar drei Zentner. Damit konnten sie Schnee wegschaufeln, um an die darunter befindliche pflanzliche Nahrung zu gelangen. Über das Aussehen der Mammute weiß man gut Bescheid, weil in Sibirien und Alaska insgesamt mehr als 40 Kadaver im Dauerfrostboden geborgen wurden.

Weblink:
Rekorde der Urzeit bei „GRIN"
http://www.grin.com/e-book/92279/rekorde-der-urzeit

Foto: Saskia-Marjanna Schulz