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Dienstag, 18. April 2017

NASA Space Station Cargo Launches aboard Orbital ATK Resupply Mission



OA-7 launch

Orbital ATK’s seventh cargo delivery flight to the International Space Station launched at 11:11 a.m. EDT April 18, 2017, on a United Launch Alliance Atlas V rocket from Space Launch Complex 41 on Cape Canaveral Air Force Station in Florida.
Credits: NASA TV
The International Space Station will be capable of dozens of new scientific investigations from NASA and around the world when Orbital ATK's Cygnus spacecraft delivers more than 7,600 pounds of cargo Saturday, April 22.
Orbital ATK’s seventh cargo delivery flight to the station launched at 11:11 a.m. EDT Tuesday on a United Launch Alliance Atlas V rocket from Space Launch Complex 41 on Cape Canaveral Air Force Station in Florida.

Expedition 51 astronauts Thomas Pesquet of ESA (European Space Agency) and Peggy Whitson of NASA will use the space station’s robotic arm to grapple Cygnus, about 6:05 a.m. Saturday. The spacecraft will remain at the space station until July before its destructive reentry into Earth’s atmosphere, disposing of several thousand pounds of trash.

This is the fourth flight of an enhanced Cygnus spacecraft, and the third using the Atlas V launch system. The spacecraft for this mission is named in honor of John Glenn, the first American to orbit Earth. Glenn, who died in December at age 95, was one of NASA's original seven astronauts and a retired U.S. Senator from Ohio.

The mission, which is under NASA’s Commercial Resupply Services contract, will support dozens of new and existing investigations as Expeditions 51 and 52 contribute to approximately 250 science and research studies.
Highlights from the new experiments will include studies on cancer-fighting drugs, crystal growth and atmospheric reentry.

In microgravity, cancer cells grow in 3-D, spheroid structures that closely resemble their form in the human body, enabling better tests for drug the efficacy. The ADCs in Microgravity investigation tests drugs designed as targeted cancer therapies called antibody-drug conjugates, developed by Oncolinx. These conjugates combine an immune-activating drug with antibodies and target only cancer cells, which could potentially increase the effectiveness of chemotherapy and reduce side-effects. Results from this investigation could help inform treatments for cancer patients and provide insight into how microgravity affects a drug’s performance.

The Solidification Using a Baffle in Sealed Ampoules (SUBSA) investigation originally was operated successfully aboard the station in 2002. Updated software, data acquisition, high definition video and communication interfaces will help advance understanding of the processes involved in semiconductor crystal growth. Investigations such as the CLYC Crystal Growth experiment will be conducted in the SUBSA Furnace and inserts. High-quality crystals are essential to a variety of applications, and a microgravity environment can produce better quality crystals. CLYC crystals grown aboard station can help researchers understand the exact conditions needed to produce the highest-quality, defect-free crystals.

The Thermal Protection Material Flight Test and Reentry Data Collection (RED-Data2) investigation studies a new type of recording device that rides alongside a spacecraft as it reenters Earth’s atmosphere, recording data about the extreme conditions it encounters. Scientists, so far, have been unable to monitor those conditions on a large scale, and a better understanding could lead to more accurate spacecraft breakup predictions, better spacecraft designs, and materials capable of better resisting the extreme heat and pressure during the return to Earth.

For more than 16 years, humans have lived and worked continuously aboard the International Space Station, advancing scientific knowledge and demonstrating new technologies, making research breakthroughs not possible on Earth that will enable long-duration human and robotic exploration into deep space. A global endeavor, more than 200 people from 18 countries have visited the unique microgravity laboratory that has hosted more than 1,900 research investigations from researchers in more than 95 countries.

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Alfred-Wegener-Institut unterstützt „March for Science“. Eine Stellungnahme von Direktorin Prof. Dr. Karin Lochte

Weltweit findet am Samstag, den 22. April 2017, ein „March for Science“ statt. An über 300 Orten gehen Menschen auf die Straße, um für die Freiheit von Wissenschaft und Forschung zu demonstrieren. Das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung begrüßt diese Initiative und unterstützt sie mit Plakatbotschaften an mehreren Standorten. Mitarbeiter des Instituts senden ihre solidarischen Botschaften an die Teilnehmer des „March for Science“  – unter anderem von der Open Ship Polarstern Veranstaltung in Bremerhaven, von Bord des Forschungsschiffs Heincke sowie von den Forschungsstationen Neumayer III in der Antarktis und AWIPEV in der Arktis. Einige Mitarbeiter des Instituts nehmen außerdem direkt an einem „March for Science“ teil. Dazu eine Stellungnahme von Direktorin Prof. Dr. Karin Lochte.

Die Wissenschaft bildet einen Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Sie war Keimzelle für Aufklärung und Demokratie, prägt unseren Alltag in nahezu allen Lebenslagen und wird für das Wohlergehen künftiger Generationen unverzichtbar bleiben. Sie lebt von der Freiheit des Denkens, von Toleranz und internationalem Austausch, von dem gemeinsamen Ziel, die Welt zu verstehen und sie mit friedlichen Mitteln jeden Tag noch ein Stück besser zu machen. Die Wissenschaft ist damit eine unserer wertvollsten Ressourcen. Aus diesen Gründen unterstützt das Alfred-Wegener-Institut den „March for Science“.

In einer Reihe von Ländern missbrauchen und verdrehen populistische Strömungen derzeit Fakten, um ihre eigenen Vorstellungen durchzusetzen. Unliebsame Forschung wird eingeschränkt und gute Wissenschaft wird in Frage gestellt. Dies könnte wichtige gesellschaftliche Fortschritte wie das Klimaabkommen von Paris ernsthaft gefährden. Eine große Gefahr besteht darin, dass das Vertrauen in die Wissenschaft generell untergraben wird, indem ihre Erkenntnisse von einflussreicher, politischer Ebene in Frage gestellt werden. Dies betrifft viele Bereiche, aber ganz besonders die Klima- und Umweltforschung, also auch die Forschung am Alfred-Wegener-Institut. Eine unserer Missionen ist es, Klimaveränderungen in den Polarregionen so exakt wie möglich zu dokumentieren und vorherzusagen. Wissenschaft muss auch unbequeme Wahrheiten benennen. Untersuchungen zu den Veränderungen in der Arktis und Antarktis, aber auch in der Nordsee, zeigen etwa deutlich die Auswirkungen des Klimawandels.

Diese Fakten müssen wir ernst nehmen. Auf ihrer Grundlage geben wir Empfehlungen, wie die Gesellschaft auf Veränderungen in ihrer Umwelt reagieren sollte. Eine angemessene Reaktion kann letztendlich aber nur erfolgen, wenn wissenschaftliche Ergebnisse auch akzeptiert werden. Es ist daher unbedingt notwendig, dass die Wissenschaft immer eine zuverlässige, vertrauenswürdige und unabhängige Quelle von Informationen für viele Entscheidungen der Gesellschaft bleibt. Dafür müssen wir kämpfen – als Wissenschaftler und als Bürger.


Hinweise für Redaktionen:
Ihr Ansprechpartner in der Abteilung Kommunikation und Medien ist Sebastian Grote (Tel: +49 (0)471 4831 - 2006; E-Mail: medien@awi.de).


Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der 18 Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Deutsches Krebsforschungszentrum: Psychische Belastungen bei Krebs. Und Link-Tipps

Psychische Belastungen bei Krebs

Die Diagnose Krebs stellt das Leben auf den Kopf und kann Patienten ebenso wie Angehörige enorm belasten. Rund 30 Prozent aller Patienten leiden unter einer psychischen Begleiterkrankung, darunter Angststörungen und Depressionen. Wer kann Patienten und Angehörigen dabei helfen, die psychischen Belastungen zu bewältigen? Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums nennt auf seinen Internetseiten www.krebsinformationsdienst.de Adressen von Ansprechpartnern im gesamten Bundesgebiet.

Auch jenseits der Diagnose und des ersten Schocks kann es im Verlauf einer Krebserkrankung zu psychischen Beeinträchtigungen kommen. Die Auslöser hierfür sind vielfältig: Belastende Eingriffe und Therapien, Auswirkungen auf Familie und Beruf oder auch das Weiterleben mit einer unsicheren Prognose. In diesen Situationen kann es eine große Hilfe sein, Fachleute an der Seite zu haben, die erfahren in der Begleitung von Krebspatienten sind: Psychoonkologen befassen sich mit den seelischen und sozialen Folgen einer Krebserkrankung. Sie unterstützen Patienten und ihre Angehörigen und bieten bei Bedarf Hilfe.

Psychoonkologische Angebote
Erfahrene Psychologen, Pädagogen und Sozialarbeiter leisten in ambulanten Krebsberatungsstellen "erste Hilfe" und begleiten Patienten und Angehörige während der Therapie. Auch in vielen Kliniken gibt es spezielle Beratungsangebote für Betroffene. Gespräche bieten Raum für Fragen, Sorgen und Gefühle, die Betroffene und Angehörige umtreiben. Auch sozialrechtliche Fragen kommen zur Sprache, etwa zur finanziellen und beruflichen Situation. Viele Krebsberatungsstellen bieten auch spezielle Programme an, wie zum Beispiel Informationsabende, Entspannungskurse oder Gesprächsgruppen. Wenn die seelische Belastung ausgeprägt ist und länger andauert, kann eine Psychotherapie helfen. Diese umfasst regelmäßige Gespräche, meist in einer psychotherapeutischen Praxis. Themen wie anhaltende Ängste, Niedergeschlagenheit oder andere Beeinträchtigungen des seelischen Wohlbefindens können gemeinsam bearbeitet werden. Liegt eine Depression vor, können zusätzlich Medikamente sinnvoll sein.

Wer übernimmt die Kosten?
Die psychoonkologische Beratung ist für Patienten und Angehörige in Akut- und Rehabilitationskliniken und psychosozialen Krebsberatungsstellen in aller Regel kostenfrei. Die Kosten für eine ambulante Psychotherapie können von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, wenn eine entsprechende Belastung vorliegt und der Therapeut über eine Kassenzulassung verfügt.

Von Betroffenen für Betroffene
Neben der professionellen Hilfe ist für viele Krebspatienten die Begegnung mit Menschen hilfreich, die ein ähnliches Schicksal teilen. Je nach Krebserkrankung gibt es unterschiedliche Selbsthilfeorganisationen. In Gruppentreffen oder über das Internet tauschen sich Betroffene aus, geben konkrete Tipps und Erfahrungen weiter und setzen sich gemeinsam für ihre Interessen in Gesundheitspolitik und Öffentlichkeit ein.


* Mehnert A et al. (2014): Four-week prevalence of mental disorders in patients with cancer across major tumor entities. Journal of Clinical Oncology 32. S. 1-14.


Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums - Link-Tipps
Bundesweites Verzeichnis psychosozialer Krebsberatungsstellen

Psychotherapeutische Praxen, die auf die Behandlung von Krebspatienten spezialisiert sind

Bundesverbände der Selbsthilfeorganisationen


Fragen zu Krebs? Wir sind für Sie da.
0800 - 420 30 40 täglich von 8:00 - 20:00 Uhr

Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums beantwortet alle Fragen rund um das Thema Krebs - am Telefon (0800-420 30 40), per E-Mail (krebsinformationsdienst@dkfz.de) sowie in persönlichen Sprechstunden in Heidelberg und Dresden. Das geschulte Ärzteteam geht mit fundierten fachlichen Informationen auf individuelle Fragen ein. Die Internetseite www.krebsinformationsdienst.de liefert aktuelles Wissen, nützliche Tipps und Adressen. Mit eigener Telefonnummer (0800-430 40 50) und E-Mail-Adresse (kid.med@dkfz.de) ist der KID auch Anlaufstelle für medizinische Fachkreise. Der Krebsinformationsdienst ist ein kostenfreies Angebot des Deutschen Krebsforschungszentrums. Er kann daher unabhängig informieren, frei von Interessenkonflikten und ohne Werbung.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Ansprechpartner für die Presse:

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Dr. Stefanie Seltmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 42-2854
Fax: +49 6221 42-2968


Donnerstag, 13. April 2017

Zukunft des Raumtransports: Verändern große Satellitennetzwerke unseren Weg ins All? - 5. Industrial Days des DLR am Standort Lampoldshausen



Prof. Pascale Ehrenfreund eröffnete die 5. Industrial Days
Quelle: DLR/Frank Eppler



Der Stellenwert der globalen Vernetzung in der Raumfahrt ist enorm gestiegen. Die immer breitere Digitalisierung und die damit einhergehende stetig wachsende Datenmenge definieren die Anforderungen an den Raumfahrtsektor neu. Pläne für einen langfristigen Ausbau großer Satellitennetzwerke im All als Basis für ein weltweites Kommunikationssystem manifestieren sich zunehmend. Der Betrieb und die Nutzung von Kleinsatellitennetzwerken im Low Earth Orbit (LEO) bietet zukünftig vielfältige kommerzielle Anwendungen wie beispielsweise in der Erdbeobachtung oder im Katastrophenmanagement. Sind unsere Trägersysteme als Basis für den Aufbau der neuen Satelliteninfrastrukturen am besten geeignet? Und welche Anforderungen und technische Konsequenzen an die europäischen Trägersysteme ergeben sich hieraus? Über die Zukunft des europäischen Raumtransports sprachen führende Vertreter aus Raumfahrtagenturen, Industrie und Wissenschaft bei den 5. Industrial Days des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Standort Lampoldshausen vom 11. bis 12. April 2017.

Raumfahrt neu denken

Die europäischen Trägerraketen mit Ariane, Vega und Sojus gehören zu den zuverlässigsten Systemen auf dem globalen Markt. Digitalisierung und Vernetzung verändern zunehmend die Art, wie wir die Raumfahrt nutzen – im Raumtransport zeichnet sich diese Veränderung schon heute spürbar ab. „Es ist wichtiger denn je, den Grundgedanken der bewährten Trägersysteme auf den Prüfstand zu stellen. Der innovative Kerngedanke ist der ressourcenschonende und individuelle Raumtransport“, fasste Prof. Pascal Ehrenfreund, Vorsitzende des DLR-Vorstands, den Wandel in einem digitalen Umfeld zusammen. „Der Launcher der Zukunft muss noch stärker als bislang nach marktwirtschaftlichen Zielen ausgerichtet sein: Er umfasst Innovationen aus anderen Industrien, ist anwendungs- und kundenorientiert sowie schnell verfügbar“, ergänzte Prof. Ehrenfreund.

Der Weg zur Ariane 6 und darüber hinaus

Wettbewerbsfähig und zuverlässig, leistungsfähig und flexibel – diese Adjektive beschreiben die Ariane-Trägerfamilie, die nun in der Ariane 6 konsequent weitergeführt werden sollen. Im Ariane-6-Programm hat Airbus Safran Launchers, industrieller Hauptauftragnehmer, die entscheidenden Meilensteine erreicht: Zum einen wurde die technische Reife des Trägersystems bestätigt, zum anderen hat die Europäische Weltraumorganisation ESA mit der Unterzeichnung einer Zusatzvereinbarung zum ursprünglichen Ariane-6-Vertrag die nötigen Mittel für den Abschluss der Entwicklung und der Industrialisierung freigegeben. Von großer Bedeutung ist es dabei, die Startkosten zu senken, ohne die Zuverlässigkeit des Trägers einzuschränken. Zugleich sollen die Leistungsfähigkeit und Kosteneffizienz der Ariane 5 weiter erhöht werden, um auf einem immer härter umkämpften Markt bestehen zu können. Ab 2023 soll die Ariane 6 bis zu zwölfmal im Jahr fliegen und die bestehende Ariane 5 ersetzen.

Die Indienststellung der Ariane 6 haben die europäischen Raumfahrtakteure fest im Blick. Darüber hinaus verfolgt Europa schon heute aktiv die Vorbereitung eines künftigen Trägersystems: Im „Prometheus-Projekt“ arbeiten die französische nationale Raumfahrtagentur CNES, Airbus Safran Launchers und das DLR gemeinsam an der Entwicklung eines kostengünstigen, schubstarken und wiederverwendbaren Raketentriebwerks, das mit Flüssigsauerstoff (LOX) und Methan angetrieben werden soll. Die Nutzung von Methan als Raketentreibstoff wird seit Jahrzehnten in unterschiedlichen Projekten weltweit untersucht. Ein LOX/Methan-Antrieb kam jedoch bislang noch nie in einer Trägerrakete zum Einsatz. Die Forschung und Technologieentwicklung im Rahmen des „Prometheus-Programms“ sind seit der ESA-Ministerratskonferenz in 2016, dem politischen Gremium der europäischen Raumfahrtpolitik, Teil des Future Launchers Preparatory Programme (FLPP) der ESA.

Forschen für den Einstieg in neue Technologien

In der Entwicklung neuer flüssiger chemischer Raumfahrtantriebe spielt die Treibstoffkombination Methan und Flüssigsauerstoff eine vielversprechende Rolle. Die Möglichkeiten von Methan reichen von einer Ergänzung zu den derzeitigen Flüssigkeitsantrieben der Ariane-Trägerraketen bis hin zum vollständigen Ersatz von Flüssigwasserstoff. Im „Prometheus-Projekt“ arbeiten DLR-Ingenieure nun daran, die LOX/Methan-Technologie möglichst schnell zu entwickeln und für die europäische Raumfahrt zum Einsatz zu bringen. Die Ziele sind klar formuliert: Bereits in 2016 sind Airbus Safran Launchers und das DLR-Institut für Raumfahrtantriebe eine Allianz eingegangen, um zügig die LOX/Methan-Technologie voranzutreiben. Während die Ingenieure von Airbus Safran Launchers einen entsprechenden Technologiedemonstrator designt und gefertigt haben, bauten die DLR-Ingenieure den Prüfstand P3 auf die komplett neuen Bedingungen, insbesondere der Treibstoffversorgung, um. In einer zwölf Monate dauernden Testkampagne erzielten die Projektpartner wichtige Ergebnisse zur Weiterentwicklung notwendiger kritischer Technologien wie beispielsweise der Brennkammer. „Mit dieser Testkampagne haben wir den Einstieg in die neue LOX/Methan-Technologie bereitet“, erläuterte Dr. Gerald Hagemann, verantwortlicher Engineering-Leiter für flüssige Raumfahrtantriebe bei Airbus Safran Launchers. Ziel ist es, nach Abschluss der Vulcain 2.1 Testkampagne, dem Hauptstufentriebwerk der Ariane-6-Rakete, ein LOX/Methan-Technologiedemonstrator mit 100 Tonnen Schub unter repräsentativen Bedingungen auf dem Prüfstand P5 des DLR Testzentrums für Raketenantriebe in Lampoldshausen zu testen. Dieses LOX/Methan-Triebwerk hat das Potenzial, die Kosten des in den 1980er Jahren entwickelten europäischen Hauptstufentriebwerks Vulcain um den Faktor zehn zu verringern.

DLR Lampoldshausen – Testzentrum als Rückgrat des europäischen Raumtransports

„Bei der Entwicklung der LOX/Methan-Technologie bringt das DLR Lampoldshausen seine einzigartigen Kompetenzen als europäischer Test-und Entwicklungsstandort für alle flüssigen chemischen Raumfahrtantriebe ein“, betonte Prof. Stefan Schlechtriem, Direktor des DLR-Instituts für Raumfahrtantriebe. Der wegweisende Ausbau der Forschungsaktivitäten ist dafür entscheidend, dass Lampoldshausen innerhalb der bestehenden Allianzen weit über die Entwicklung der Ariane-6-Rakete hinaus das europäische Testzentrum für alle flüssigen chemischen Raumfahrtantriebe bleibt. „Unsere Zukunft beim DLR Lampoldshausen liegt neben dem Betrieb der Prüfstandsanlagen auch in der Systemkompetenz“, ergänzte Prof. Stefan Schlechtriem. So werden beispielsweise im neuen DLR-Projekt „LUMEN“ die Forschungsziele von der Komponentenebene auf die Systemebene eines gesamten Antriebs erweitert. Im Rahmen von „LUMEN“ wird dabei ein pumpengefördertes LOX/Methan-Triebwerk entwickelt und später am europäischen Forschungs- und Technologieprüfstand P8 auf dem DLR-Gelände getestet. „Gemeinsam mit unseren Projektpartnern von Airbus Safran Launchers und CNES erzielen wir hierbei Ergebnisse, die wir den Triebwerksentwicklern in einer frühen Phase zur Verfügung stellen können“, erläuterte Prof. Schlechtriem den Ausbau der Forschungsaktivitäten. Auch im Betrieb großer Prüfstandsanlagen werden markante Zeichen gesetzt: „Wir erarbeiten ein Konzept für einen effizienten und optimierten Betrieb der Prüfstandsanlagen, bei dem die Digitalisierung und Technologien aus dem Bereich Industrie 4.0 zum Einsatz kommen. Aspekte wie Flexibilität hinsichtlich Treibstoffversorgung, Datenverarbeitung, Qualität und Arbeitssicherheit stehen hierbei im Vordergrund. Die Voraussetzung für einen langfristigen Erfolg ist dabei vor allem die Fähigkeit, schnell auf Veränderungen reagieren zu können“, so Schlechtriem weiter.

DLR seit mehr als 55 Jahren in Lampoldshausen

Das DLR am Standort Lampoldshausen betreibt einmalige Prüfstände und Anlagen zum Testen von Raketenantrieben, die für die europäische Raumfahrt von entscheidender Bedeutung sind. Diese Testanlagen decken das gesamte Portfolio der Testanforderungen ab: vom Komponententest über die Triebwerkstests hin zur Erprobung ganzer Raketenstufen. Es werden sowohl Versuche für Forschung und Entwicklung durchgeführt als auch Qualifikations- und Charakterisierungstests.

Um möglichst flugähnliche Testbedingungen zu haben, simulieren die Prüfstände die Rakete. Die Triebwerke werden stufenähnlich über die entsprechenden Schnittstellen mit allen Treibstoffen und Fluiden versorgt. Die Testanlagen messen die Daten, steuern, regeln und überwachen die Prüflinge im laufenden Betrieb. Weiterhin stellen die Prüfstände bei Bedarf besondere Umgebungsbedingungen her. Bei der sogenannten Höhensimulation werden Satelliten- und Oberstufentriebwerke im Vakuum getestet. Die extrem heißen und schnellen Triebwerksabgase werden direkt abgesaugt und über eine spezielle Anlage so kontrolliert weggefördert, dass das Triebwerk selbst dauerhaft unter Weltraumbedingungen betrieben werden kann.

Die Forschungsarbeiten finden auf verschiedenen Skalen statt, von Untersuchungen am Laborbrenner bis zu Tests unter Bedingungen, wie sie für Stufenantriebe wie beispielsweise Vulcain 2.1 und Vinci repräsentativ sind. Dies wird durch die in Europa einzigartige Infrastruktur des Standorts und die Expertise im Entwurf und im Testen von Forschungsbrennkammern ermöglicht. „So können neue Technologien unter repräsentativen Bedingungen verifiziert werden“, erläuterte Prof. Stefan Schlechtriem. „Unsere Forschungs- und Testaktivitäten tragen so entscheidend zur Zukunft des europäischen Raumtransports bei.“



Kontakte:

Prof. Dr. Stefan Schlechtriem  
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Direktor Institut für Raumfahrtantriebe
Tel.: +49 6298 28-203

Anja Kaboth  
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Kommunikation Lampoldshausen
Tel.: +49 6298 28-201
Fax: +49 6298 28-112

Zum Abnehmen in die Arktis?



An Fruchtfliegen identifizierten Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum ein Gen, das die Balance zwischen Körperwärme und Fettverbrennung steuert. Fehlt die Erbanlage, so setzen die Fliegen Fett an und produzieren gleichzeitig weniger Körperwärme. Übertragen auf den Menschen, könnten die Ergebnisse erklären, wie eine evolutionäre Anpassung des Menschen an ein Leben in wärmeren Zonen die drastische Zunahme an Fettleibigkeit fördert.

Ob ein Mensch Fettpolster ansetzt oder schlank bleibt, ist nicht allein eine Frage der Ernährung oder des Willens: Wissenschaftler wissen, dass der Hang zur Fettleibigkeit auch in der Familie liegen kann, also in den Genen festgeschrieben ist. Nicht alle der dafür verantwortlichen Erbanlagen sind bislang identifiziert.

Besonders anfällig für Fettleibigkeit sind Menschen in wärmeren Klimazonen. "Eine gängige Theorie besagt, dass ein gedrosselter Stoffwechsel und damit geringere Wärmeproduktion eine Anpassung an die warme Umgebung sind. Die überschüssige Energie wird dann in Form von Fettpolstern gespeichert", sagt Aurelio Teleman vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). "Wenn das zutrifft, müsste es Gene geben, die die Balance zwischen Wärmeproduktion und Fettspeicherung steuern. Und diese Gene sollten sich bei verschiedenen Menschen - abhängig vom Breitengrad - unterscheiden."

Ein Kandidat für ein solches Balance-Gen war THADA: Große Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass Menschen aus verschiedenen Klimazonen sich in diesem Gen besonders stark unterscheiden. Das bedeutet, dass die Erbanlage starker evolutionärer Anpassung unterliegt. "Wir hatten allerdings keine Vorstellung davon, welche Funktion oder Aufgabe THADA im Organismus ausübt und ob es tatsächlich in die Stoffwechselregulation eingreift. Um das herauszufinden, haben wir das Gen bei Fruchtfliegen ausgeschaltet", sagt der Stoffwechselexperte Teleman.

Fliegen ohne THADA fressen viel, setzen Fett an und produzieren weniger Wärme, so dass sie schnell unter Kälte leiden. Nach einigen Stunden im Kühlschrank sind Fruchtfliegen erstarrt. Während sich die normalen Fliegen rasch erholen, brauchten die Tiere ohne THADA dafür deutlich länger. "Ihr Fett isoliert sie also nicht und wir konnten nachweisen, dass sie tatsächlich weniger Wärme produzieren", so Alexandra Moraru, die Erstautorin der aktuellen Publikation.

THADA, so fanden die DKFZ-Forscher heraus, beeinflusst ein Protein, das Calcium aus dem Zellplasma in zelluläre Speicherdepots pumpt. Diese Pumpleistung steigt dramatisch an, wenn THADA fehlt. Wenn die Forscher die Leistung der Calcium-Pumpe experimentell drosseln, kompensiert dies den THADA-Verlust und schützt die Fliegen vor Fettleibigkeit. "Dieses Ergebnis passt ins Bild: Seit kurzem wissen wir aus zahlreichen Arbeiten von Kollegen, dass Calcium-Signale ein wichtiges Steuerelement des Energiestoffwechsels sind. THADA greift also an zentraler Stelle in die Stoffwechselregulation ein", fasst Moraru zusammen.

Die neuentdeckten Funktionen von THADA sind offenbar keine Spezialität des Fliegen-Stoffwechsels: Das THADA-Gen des Menschen kann in der Fruchtfliege den Verlust des Fliegen-THADA kompensieren, was dafür spricht, dass das Gen in beiden Arten vergleichbare Funktionen ausübt. Schalteten die Forscher THADA in menschlichen Tumorzellen in der Kulturschale aus, so führte dies, wie bei der Fliege, zu stärkeren Calcium-Signalen.

Die neuentdeckten Funktionen von THADA können helfen, die evolutionären Hintergründe der derzeitigen weltweiten Übergewichts-Epidemie zu verstehen. Besonders aufschlussreich dabei ist der kombinierte Einfluss auf Fettleibigkeit und Kälteempfindlichkeit. "THADA zählt zu den Genen, in denen sich seit der Trennung von Neandertaler und modernem Menschen die meisten Unterschiede angehäuft haben. Auch später, als sich die modernen Menschen über verschiedene Klimazonen verbreitet haben, unterlag THADA weiterhin starker evolutionärer Anpassung", erklärt Teleman. "Unsere Ergebnisse legen nahe, dass sich die Menschen an verschiedene Klimazonen anpassen mussten, was ihre Veranlagung zur Fettleibigkeit gefördert hat."

Die Veranlagung für krankhaftes Übergewicht ist besonders bei Menschen in warmen Teilen der Welt verbreitet. Dort kann ein reduzierter Stoffwechsel helfen, eine Überhitzung des Körpers zu vermeiden. "In Kombination mit unserer modernen Ernährungsweise führt dieser gedrosselte Energieverbrauch jedoch schnell zur Fettleibigkeit", ist das Fazit des Stoffwechselexperten.

Telemans aktuelle Ergebnisse lassen auch Krebsexperten aufhorchen: Verschiedene Defekte des THADA-Gens stehen mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebserkrankungen im Zusammenhang, etwa mit akuten Leukämien, Schilddrüsenkrebs, Prostata- und Darmkrebs. "Fettleibigkeit ist ein bekannter, wichtiger Risikofaktor bei zahlreichen Krebserkrankungen. Ob die Assoziation von THADA-Gendefekten und dem gesteigerten Risiko für bestimmte Krebsarten durch den Einfluss THADAS auf den Energiestoffwechsel zustande kommt oder ob sie mit einer bislang noch unbekannten Funktion des Gens in Verbindung steht, können wir bislang noch nicht sagen."

Die Arbeit wurde von der Deutschen Krebshilfe und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (SFB1118) gefördert.

Alexandra Moraru, Gulcin Cakan-Akdogan, Katrin Strassburger, Matilda Males, Sandra Mueller, Markus Jabs, Michael Muelleder, Martin Frejno, Bart P. Braeckmann, Markus Ralser und Aurelio Teleman: THADA Regulates the Organismal Balance between Energy Storage and Heat Production. Developmental Cell 2017, DOI: 10.1016/j.devcel.2017.03.016


Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Ansprechpartner für die Presse:

Dr. Stefanie Seltmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Deutsches Krebsforschungszentrum Im Neuenheimer Feld 280 69120 Heidelberg
T: +49 6221 42-2854
F: +49 6221 42-2968

Dr. Sibylle Kohlstädt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2843
F: +49 6221 42 2968



Das Augsburger Osterspiel


Eine Projektgruppe der Universität Augsburg präsentiert in Kooperation mit dem Ensemble PER-SONAT und der CitySeelsorge Augsburg eine einzigartige Schauspielfassung des Osterevangeliums aus dem 16. Jahrhundert

Augsburg/MW/KPP - Das"Augsburger Osterspiel" aus dem 16. Jahrhundert ist ein Unikat. Die Handschrift wurde 1972 von Walther Lipphardt im Kapuzinerkloster Feldkirch entdeckt, dann ediert und faksimiliert. Derzeit arbeiten an der Universität Augsburg die Musikwissenschaftlerin Dr.. Ute Evers und der Germanist Prof. Dr. Klaus Wolf an einer neuen Edition des Augsburger Osterspiels, um es zugleich nach Jahrhunderten erstmals wieder vor Ort aufzuführen: am 23. April 2017 um 20.00 Uhr in der Augsburger Moritzkirche.

Die mittelalterliche Liturgie vollzog sich - auf Latein - recht exklusiv im Klerus. Dementsprechend unzureichend waren das Verständnis des behandelten Glaubensinhalts oder gar eine innere Teilnahme seitens der Laien. Im Zuge der spätmittelalterlichen Frömmigkeitsbewegung wurden biblische Stoffe dann verbal und musikalisch in einem kirchlich kontrollierten Veranstaltungsrahmen als geistliches Spiel aufgeführt. Der Schritt zum Osterspiel war dann vollzogen, wenn die Aufführung nicht mehr Teil einer Messfeier war. 

Ein Unikat unter den Osterspielen

Für das Augsburger Osterspiel – ein Unikat, das in einer liturgischen Handschrift überliefert ist und sich nicht mit anderen bekannten Osterspielen deckt – ist der Augsburger Dom als Bestimmungs- bzw. Aufführungsort anzunehmen. Seine Sprache ist – auch in den Gesängen – deutsch-lateinisch gemischt.

Ein Engel des Spiels tritt als Vorsprecher vor das Publikum und gibt in seinem Prolog eine Inhaltsangabe. Im ersten Abschnitt des Spiels dominieren Trauergesänge der Marien über den gekreuzigten Jesus, die Spuren der zeitgenössischen Leidensmystik und des zeittypischen Antijudaismus zeigen. Dem folgenden Osterdialog schließen sich eine Hortulanus-Szene an, die u. a. auf die zeitgenössische verstärkte Rezeption apokrypher Schriften, speziell auf die Höllenfahrt Christi aus dem Nikodemusevangelium verweist. Nach der Kündung der Auferstehung schließt die Handlung mit der Begegnung zwischen Jesus und Thomas ab. Zuletzt wird die Rahmung aus dem Prolog wiederaufgegriffen, indem der Engel das Publikum auffordert, „mit fröden” das uralte Osterlied „Christ ist erstanden” anzustimmen, um abschließend auf die aufmerksame Rezeption die gemeinschaftliche Affirmation der Festbotschaft folgen zu lassen.

Termin, Ort, Eintritt, Mitwirkende

Die Aufführung des Augsburger Osterspiels beginnt am 23. April 2017 ab 20.00 Uhr - eingebettet in die dort laufende Bibelausstellung "Unser Buch" in der Moritzkirche (Moritzplatz, 86150 Augsburg). Der Eintritt beträgt 15,- bzw. ermäßigt 10,- Euro. Es singt und spielt das Ensemble PER-SONAT (S. Lutzenberger, C. Mothes, M. Eiband, M. Lewon, B. Romain und H. Ganser), Sprecherinnen und Sprecher sind H. Haug, K. Kieslinger, R. Reinelt, R. Braun, E. Pieper, S. und M. Bernheim, C. Wild und R. Wittmann. Regie führt K. Müller. Veranstalterin und Gastgeber ist die Pfarrei St. Moritz bzw. die CitySeelsorge Augsburg.


Kontakt und weitere Informationen:
Prof. Dr. Klaus Wolf
Telefon 0821/598-4638


Polarstern kehrt mit wertvoller Fracht in Heimathafen zurück. Forschungsschiff mit 57 Metern Bohrkernen und 750 Kilogramm Gesteinsproben am Donnerstag in Bremerhaven erwartet

Das Forschungsschiff Polarstern wird am Donnerstag, 20. April 2017 mit dem Morgenhochwasser in seinem Heimathafen zurückerwartet. Damit gehen gut fünf Monate Antarktis-Saison für den Eisbrecher zu Ende. Geowissenschaftler warten gespannt in Bremerhaven auf ihre Proben, die sie im Februar und März auf einer sechswöchigen Fahrt im antarktischen Amundsenmeer gewonnen hatten. Sie sollen helfen, die Vereisungsgeschichte der Westantarktis zu entschlüsseln und die Prognosen für den zukünftigen Meeresspiegelanstieg zu verbessern. Nach dem Entladen beginnen die Vorbereitungen, um am 22. und 23. April die Luken beim „Open Ship“ für Gäste zu öffnen.

Vermutlich bis zu 70 Millionen Jahre alt sind die ältesten Meeressedimente, die Expeditionsteilnehmer aus dem Meeresboden gezogen haben. „Wir haben zum ersten Mal Sedimentgestein aus der Zeit vor der ersten großen Vereisung der Antarktis in diesem Teil der Westantarktis erbohrt“, berichtet Dr. Karsten Gohl stolz. Der Geophysiker vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) war der wissenschaftliche Fahrtleiter der Expedition ins antarktische Amundsenmeer. Seine Aufgabe war es, den Einsatz des Bohrgeräts, der Sedimentlote, der seismischen und aeromagnetischen Messverfahren, der geothermischen Temperatursonde und der bathymetrischen und sedimentechographischen Kartierungen so zu koordinieren, dass alle Fahrtteilnehmer mit Proben und Daten versorgt waren. Zusätzlich brachten die Bordhelikopter Wissenschaftler auf nahegelegene Inseln und das antarktische Festland, damit sie dort Gesteinsproben nehmen und geodätische Messpunkte verorten konnten.

Das besondere Highlight war der erstmalige Einsatz des Meeresboden-Bohrgeräts MeBo70 des Marum der Universität Bremen. „Wir konnten bei elf Bohrungen mit dem MeBo bis zu 36 Meter tief in den Meeresboden bohren“, berichtet Karsten Gohl begeistert. Damit das Gerät Bohrkerne von Sedimenten ziehen konnte, die aus vergangenen Zeiten bis vor 70 Millionen Jahren abgelagert wurden, wird es von Bord der Polarstern an einem Spezialkabel zum Meeresgrund herabgelassen. Über das Kabel steuert das MeBo-Team die Probennahme, bei der das rotierende Bohrgestänge, das immer wieder aus einem Magazin verlängert wird, nach und nach tiefere Sedimentschichten abteuft. Die Verbindung mit dem Schiff bedingt, dass die Polarstern sehr genau auf Position bleiben muss. Nur etwa zehn Meter seitlich und 20 Meter nach vorn oder hinten darf sie sich bewegen, damit das MeBo in bis zu 1000 Metern Wassertiefe sicher arbeiten kann. 

Die besondere Herausforderung dabei: Im Untersuchungsgebiet waren während der Expedition sehr viele Eisberge unterschiedlichster Größe unterwegs, und solchen Kolossen muss auch ein Eisbrecher wie die Polarstern ausweichen. „Gemeinsam mit Kapitän Stefan Schwarze und seiner Crew haben wir Wissenschaftler versucht, aus Satellitenbildern, Wetterberichten, Strömungsmessungen und der direkten Beobachtung vorherzusehen, wie die Eisberge driften“, berichtet Fahrtleiter Gohl. Dass sie dabei erfolgreich waren, zeigen die 57 Meter Sedimentkerne, die sie jetzt in Bremerhaven von Bord holen werden. Ob die Proben und Daten ausreichen, die Fragen der Eisschildentwicklung im Amundsenmeer beantworten zu können, wird sich erst nach eingehenden Analysen in den Laboren der Heimatinstitute herausstellen. „Gute Anhaltspunkte dafür haben wir bereits in einer ersten Sichtung der Proben und Daten hier an Bord gewonnen. So wissen wir, dass wir zum ersten Mal in diesem Teil der Westantarktis Sedimentgestein erbohrt haben, das etwa 70 bis 50 Millionen Jahre alt ist. Die Sedimente stammen aus einer sehr warmen Epoche aus der Zeit vor der ersten großen Vereisung der Antarktis“, sagt Karsten Gohl. Weitere Bohrkerne enthalten Sedimentmaterial aus den jüngsten Ablagerungen von Schmelzwassereinträgen des Pine-Island-Gletschers, abwechselnd mit Ablagerungen aus der Wassersäule. Diese helfen, das Alter der Ablagerungsprozesse und Abschmelzgeschichte des Gletschers genauer zu bestimmen. [mehr zu den wissenschaftlichen Hintergründen: https://www.awi.de/nc/ueber-uns/service/presse/pressemeldung/expedition-zu-den-gletschern-der-antarktis.html]

Die wissenschaftlichen Fahrtteilnehmer der Amundsenmeer-Expedition sind bereits vor ihren Proben in ihren Heimatinstituten angekommen: Die Antarktis-Fahrt endete Mitte März in Punta Arenas, Chile. Von der Südspitze Südamerikas aus hat das Forschungsschiff Polarstern vor einem Monat die rund vierwöchige Rückreise quer über den Atlantik begonnen. Auf diesem Transit laufen luftchemische und physikalische Untersuchungen sowie Atmosphärenforschung. In Las Palmas ist dann eine Gruppe von Studierenden und Betreuern zugestiegen, die ein Trainingsprogramm zu hydroakustischen Messungen durchführen. In Le Havre kommen fünf Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technologiefolgenabschätzungen des Deutschen Bundestages und zwei Vertreter des Bundesforschungsministeriums an Bord, um im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane in Begleitung von AWI-Direktorin Prof. Karin Lochte Einblick in die wissenschaftliche Arbeit auf Polarstern zu gewinnen. Nebenbei laufen an Bord bereits die Vorbereitungen für das „Open Ship“. Bei dieser Veranstaltung am Wochenende nach Ostern steht das Schiff der Öffentlichkeit offen. Die Gäste können sich zusätzlich bei einem vielfältigen Rahmenprogramm über die Forschung des Alfred-Wegener-Instituts informieren. [www.awi.de/open-ship]


Hinweise für Redaktionen:

Ihre Ansprechpartnerin in der Abteilung Kommunikation und Medien ist Dr. Folke Mehrtens.

Das Forschungsschiff Polarstern wird mit dem Morgenhochwasser des 20.04. in  Bremerhaven erwartet und vermutlich gegen 7:00 in der Nordschleuse sein. Ab  voraussichtlich etwa 10:00 Uhr ist das Schiff dann von den Behörden freigegeben. Wenn Sie einen Besuch auf dem Schiff planen, melden Sie sich bitte bis spätestens Dienstag, 18.04. um 12:00 Uhr an bei Folke Mehrtens (Tel.: 0471 4831-2007; E-Mail: Folke.Mehrtens).



Das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der gemäßigten sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der 18 Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Wie finde ich heraus, ob ich hochbegabt bin?


Wenn Sie sich die Frage stellen: „Wie finde ich heraus, ob ich hochbegabt bin?“ – dann werden Sie hier Antworten finden. Ich habe die Informationen davon abhängig gemacht, wie gesichert Sie wissen wollen, ob Sie hochbegabt sind. Deshalb meine Frage an Sie: „Wie GESICHERT wollen Sie wissen, ob Sie hochbegabt sind?“

Meine Antworten lassen sich in drei Kategorien einteilen:

Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier können Sie mal schnuppern, wie Hochbegabte so ticken.

Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier bekommen Sie Tipps, was Sie tun können, um herauszufinden, ob Sie tendenziell hochbegabt sind.

Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – Adressen. Hier können Sie sich zum IQ-Test anmelden. Das Ergebnis des IQ-Test sagt Ihnen, wie hoch Ihr IQ ist. Ist er über 130 Punkte, sind Sie hochbegabt. Über 145 Punkte sind Sie höchstbegabt.

Aber was ist überhaupt HOCHBEGABUNG?

Die Antwort ist einfach. Treffend hat sie einmal der Psychologe Dr. Jürgen vom Scheidt so beantwortet: „Es ist das intellektuelle Potenzial von jemandem, der in einem der gängigen und anerkannten Intelligenztest einen IQ-Wert von 130 Punkten und mehr erzielt. Dies betrifft, streng genommen, 2,27 Prozent der Bevölkerung.“http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 20.09.2015

Und was ist HÖCHSTBEGABUNG?

Ganz einfach. Dr. Sylvia Zinser schreibt: „Ist der IQ über 145 so spricht man von Höchstbegabung.“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

Allen Hochbegabten und Höchstbegabten empfehle ich das informative, spannende und vergnügliche „Sylvia Zinser's Sammelsurium“http://zinser.no-ip.info/~szinser/ Stand: 19.09.2015 Hier erfahren Sie nicht nur etwas über den IQ, sondern auch über „Brot, Schwaebische Traeubleskuchen sowie über diverse Weihnachtsplätzchen“http://zinser.no-ip.info/~szinser/backen.htmlx Stand: 19.09.2015

Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Man sagt oft von Hochbegabten: „Die haben eine 1 (Bestnote) in Mathe – können aber ihre Schuhe nicht richtig zubinden“. Soll heissen: das Denken funktioniert (in bestimmten Bereichen) ausgezeichnet – aber im Alltäglichen kommen sie mit bestimmten Situationen nicht gut zurecht. Nach meinen Erfahrungen ist diese Aussage für einige Hochbegabte wirklich sehr zutreffend – für andere weniger bis gar nicht.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Bei meinem Mathelehrer hatte ich so gut wie immer eine 1. Allerdings hatte ich auch eine Mathelehrerin. Sie war eher der Typ „Geschichtenerzählerin“. Sie sprach gerne über ihre Lieblingsrezepte, ihre Backkunst und ihren Hund. Ich war so damit beschäftigt, herauszufinden, was das mit Arithmetik zu tun hatte, dass ich ihr, wenn es denn mal was zu rechnen gab, kaum noch folgen konnte.

Meine Noten in Mathe lagen bei ihr im Mittelfeld. Und ich war richtig dankbar als der in meinen Augen „richtige“ Lehrer kam. Der mir Mathe so erklärte, dass ich es verstanden habe. Ich machte Überstunden in Mathe und liess mir extra Hausaufgaben geben. Nein, ich war keine Streberin. Ich hatte einfach Spass an Problemlösungen. Aber wenn ich meine Strickjacke zuknöpfen sollte – da gab es Stress für mich. Jedenfalls dieser Lehrer schickte mich zum Schulpsychologen, der mich positiv auf Hochbegabung testete. Da er sagte: „Du darfst mit niemandem darüber reden, dass Du diesen IQ von … hast.“ – dachte ich: vielleicht ist es eine Krankheit oder sonst wie ansteckend. Ich habe nie darüber gesprochen. Erst vor gut zehn Jahren habe ich mich in meiner Familie geoutet.

Meine Kollegin Alexandra in unserem Markt- und Sozialforschungs-Institut war da ähnlich unterschiedlich in ihrer Mathe-Begabung. Obwohl sie ein echtes Mathe-Genie ist, gab es auch für sie Grauzonen. Normalerweise hörte sie von einer Aufgabe oder schaute auf das Papier. Und schwupp – schon hatte sie die Lösung. Manchmal trat sie einen Wettstreit mit unserem Computer an. Nicht immer war unser PC der Gewinner. Doch dann gab es für sie echte Herausforderungen: Wenn sie ohne Hilfsmittel Prozent rechnen sollte, versagte sie fast jedes Mal. Nicht mal 10 Prozent von 100 konnte sie richtig errechnen. Allein bei dem Wort „Prozentrechnen“ driftete sie immer ab. Im Laufe der Zeit wurde es allerdings besser.

Ich will damit sagen: Nicht alle Hochbegabte sind Mathe-Genies. Nicht alle Mathe-Genies sind fehlerlos. Tröstlich ist, was Albert Einstein einmal über Mathe gesagt hat: „Mach' dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.“

Mit anderen Worten: Nicht jeder Hochbegabte glänzt in Mathe. Eine Klientin von mir war die Vorgesetzte der ehemaligen Lehrerin eines Fußballnationalspielers (Weltmeister!). Er hatte wenig Interesse an Zahlen und sagte bereits in jungen Jahren zu der Lehrerin: „Warum soll ich Rechnen lernen? Ich werde mal ein berühmter Fußballspieler. Und dann kann ich mir so viele Rechenkünstler leisten wie will.“ Die Lehrerin staunte. Doch der Junge hatte Recht. Er ist hochbegabt UND hochsensitiv.

Hochbegabte können sehr gut oder gut rechnen – oder auch gar nicht. Was sind nun die die typischen Eigenschaften von Hochbegabten?

Gehen wir noch einen Schritt zurück. Genauso wie nicht alle Kölner lustig sind, nicht alle Münchner Lederhosen tragen und nicht alle Hamburger einen Segelschein haben – so sind auch nicht alle überdurchschnittlich intelligenten Menschen so oder so.

Nehmen wir einmal eine Einteilung der Hochbegabten vor, die Jürgen vom Scheidt heraus gearbeitet hat. Er unterteilt fünf (drei plus zwei) Gruppen. Selbstredend gibt es noch andere Kategorien – dazu komme ich noch.

Scheidt zufolge gibt es – vereinfacht ausgedrückt – bei den Hochbegabten, abhängig von dem Kriterium „Erfolg in der Schule, im Beruf“ folgende Trias:

O Ein Drittel, die ihre „Begabung erfolgreich verwirklicht“ haben. Sie sind Topmanager/innen, Spitzensportler/innen, Unternehmer/innen, Künstler/innen, Wissenschaftler/innen usw. Sie wurden z.B. von der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ oder anderen Institutionen erkannt und gefördert.

O Ein Drittel sind sogenannte „Latente“: Sie spüren, ahnen oder wissen um ihre Begabung, kommen aber nicht so einfach aus dem Quark. Die Psychologin und Expertin für Hochbegabung, Andrea Brackmann, schreibt in ihrem zweiten Buch, dass „Hochbegabung Mut erfordere“ http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015. Bei dieser Gruppe verstehen wir, warum das so ist.

O Ein Drittel sind nach Scheidt die „Underachiever“ („Minderleister“). Sie könnten schon – wollen aber (noch?) nicht erfolgreich sein. Speziell zu Minderleister/innen in der Schule noch einmal Sylvia Zinser: Ihr Geheimtipp J: MOTIVIEREN! http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

So, das sind unsere drei Gruppen – zwei kleine Gruppen fehlen noch:

O Es sind die „Entgleisten“: sie sind erfolgreich – aber auf kriminelle oder soziopathische Weise.

O Dies sind die Höchstbegabten wie etwa Einstein und Freud.

Alle Infos zu dieser Einteilung in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt: http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015

Wer bis hierher tapfer durchgehalten hat – wird jetzt belohnt. Jeder Mensch, der denkt: Analyse? Mathe? Logik? Das sind jetzt nicht so meine Stärken. Ich bin eher der Musiker, die Malerin, der Tänzer, die Fotografin, der Praktiker. Gut so. Es gibt insgesamt sieben Felder der Hochbegabung: mein Bruder Helmut glänzt z.B. durch „Praktische Intelligenz“: Er erkennt sofort im realen Leben wie man es richtig zumindest aber besser machen kann. Mir bleibt diese Art zu denken verborgen. Zumindest müsste ich viele Bücher lesen, um diese Dinge verstehen zu können. Mir fällt es schon schwer genug, meine Jacke richtig zuzuknöpfen.

Prof. Werner Stangl zitiert Prof. Kurt Heller auf seinen Seiten zu den Themen „INTELLIGENZ UND HOCHBEGABUNG“ wie folgt:

„Nach Heller (2000) gibt es folgende Begabungsfaktoren:

O Intellektuelle Fähigkeiten (sprachliche, mathematische, technisch-konstruktive, abstrakte, begrifflich-logische, etc. Fähigkeiten)

O Sozial-emotionale Fähigkeiten

O Musisch-künstlerische Fähigkeiten

O Musikalische Fähigkeiten

O Kreativität (sprachliche, mathematische, technische, gestalterische, etc. Kreativität)

O Psychomotorische Fähigkeiten (Sport, Tanz, etc.)

O Praktische Intelligenz“

http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/testintelligenzhochbegabt.html Stand: 19.09.2015

Wir sehen: Hochbegabung ist spannend. Und es wird noch spannender.

Nehmen wir noch eine weitere Differenzierung vor: Hochbegabte sind oft auch hochsensibel und/oder hochsensitiv. Ihre Sinne sind stärker ausgeprägt. Zum einen (hochsensibel) sind ihre normalen Sinne (hören, riechen, schmecken, fühlen, sehen) intensiver (Künstler/innen, Star-Köch/innen, Parfümeur/innen – einige haben auch ein begnadetes „Fingerspitzengefühl“ wie etwa Handerker/innen und Chirurg/innen u.a.m.). Und/oder andererseits ist ihre Wahrnehmung (hochsensitiv) tiefer: Diese Hochbegabten haben den sechsten (hellhörig), siebten (hellfühlig) und achten (hellsichtig) Sinn wie etwa Goethe, Einstein und Leonardo da Vinci. Wie sagte Albert Einstein?: „Was wirklich zählt, ist Intuition.“

Bei einer solchen Differenzierung: Wo gibt es da noch Gemeinsamkeiten?

Ich fange mal mit den Tendenzen an: Diejenigen, die in der ‚Flüchtlingszeit im Sommer 2015‘ kreativ, beherzt und schnell helfen – können hochbegabt sein. Denn diese Merkmale findet man oft unter den hohen IQ’lern. Der eine organisiert geschickt, die andere übersetzt, der nächste weiss, wer wo wie helfen kann. Schnelligkeit ist für Hochbegabte so natürlich wie das Atmen. Klar, dass nicht jede/r in allen Bereichen gleich schnell ist. Wenn Sie wüssten, wie lange ich brauche, um meine Jacke zuzuknöpfen …

Doch weiter: Gerechtigkeit für jedermann ist stark vorhanden bei den Begabten ebenso so wie vernetztes Denken und Handeln. Nach Andrea Brackmann gehört das „Mehr von allem“ oft zum Repertoire. Wie etwa das „Erfassen kompletter Zusammenhänge“, „Auffinden vielfältiger Lösungswege“ sowie „hohes Einfühlungsvermögen“. Wie gut, dass Hochbegabte oft nur wenig Schlaf brauchen (4 bis 6 Stunden).

Selbstredend gibt es nicht nur diese sonnigen Seiten der hochtalentierten Menschen. Ihre Schattenseiten sind nicht nur für die Beteiligten selbst unangenehm: Oftmals übersteigerte Konzentration bei den SPEZIALISTEN auf ein Spezialthema (Musik oder Sport oder Politik oder Finanzen oder Sprachen oder oder oder). Bei denGENERALISTEN ist es etwas anders: Hier überwiegt die Vielseitigkeit, die sich in mehreren Berufen und Hobbies zeigt. Bei beiden wird die Familie, werden Freund/innen und Kolleg/innen schon mal etwas vernachlässigt. Denn Hochbegabte sind oft Perfektionist/innen. Und es kann mal etwas länger dauern bis sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind.

Routine ist ihnen oft ein Gräuel. Manche finden kreativ alternative Wege um dieser Routine immer wieder auszuweichen. Andere plagen Zweifel und Gewissensbisse. Geduld ist ebenfalls keine Stärke der Hochbegabten. Auch nicht begabt sind diese Menschen, wenn es um „einfache Aufgaben“ geht. Die Hochtalentierten sind zumeist empfindlich. Empfindlich gegenüber Lärm, Licht und manche auch gegenüber Berührungen.

So ist es zu verstehen, dass Hochbegabte an bestimmten „Allergien“ leiden, die Andrea Brackmann in ihrem Buch so schlüssig schreibt. Es sind die „hässlichen Worte“ für Hochbegabte wie etwa „Betriebsausflug“, „Stammtisch“, „Schützenfest“, „Höflichkeitsfloskeln“, „Grossraumbüro“. http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015

Hingegen lieben Hochbegabte oft „Querdenker/innen“, „Nobelpreisträger/innen“, „Verarbeitungsgeschwindigkeit“, „Freiheit“, „Endlos-Fragen“, „Monologe“ sowie „Spezielle Themen wie etwa die frühkindliche Entwicklungsphase des Kaiserschnurrbarttamarins, die Pflege der Araukarie oder den „Compte rendu au Roi“ des Finanzminister Jacques Neckers in der Zeit der Französischen Revolution.

Für Hochbegabte ist das alles „normal“ – während das „Normale“ schon sehr schwierig sein kann. Viele habe da ein Selbstverständnis wie Albert Einstein: "Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig."

Wenn Sie das alles gelesen haben, sind Sie an Hochbegabung interessiert. Die anderen haben eh längst das Weite gesucht. Vielleicht wollen Sie genauer wissen, ob Sie hb sind – „hb“ ist das Kürzel bei den „HB“ (Hochbegabten) für „hochbegabt“. Und deshalb gehen wir jetzt auf die nächste Stufe über.

Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Ich habe hier IQ-Informationen zusammen gestellt, die Ihnen eine Tendenz Ihrer Begabung aufzeigen können.

O Den ersten IQ-Test habe ich 2005 in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt gefunden http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276Stand: 19.09.2015. Obwohl ich mit einiger Skepsis an diese Fragen heranging – mein Test beim Schulpsychologen hat damals mehr als eine Stunde gedauert, wie soll man in wenigen Minuten ein ähnliches Ergebnis erzielen können? – war die Antwort jedoch fast exakt dieselbe, die ich Jahre zuvor vom Psychologen in meiner Schule erhalten habe. Chapeau! Für den Autor.

O Auch wenn mir die Headline sehr plakativ erscheint – diese Information verdient ebenfalls Ihr Interesse: „IQ-Test: Gehören Sie zur Grips-Elite?“ http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/iq-test-gehoeren-sie-zur-grips-elite-a-505427.html Stand: 19.09.2015

O Ein weiterer Test, der Ihnen tendenziell Informationen über Ihre Begabung geben wird, ist von der „Süddeutsche Zeitung“: „Der kostenlose IQ-Test online mit Sofortergebnishttp://iqtest.sueddeutsche.de/ Stand: 19.09.2015

O “MENSA” ist das grösste Netzwerk für Hochbegabte. Der Mensa Online-Test ist jedoch eher ein „Spiel“ als ein zuverlässiges Instrument der Begabungsanalyse. Wenn Sie Lust haben: Spielen Sie mal. Mensa weist ausdrücklich darauf hin: „Sie sollten die Ergebnisse dementsprechend nicht allzu ernst nehmen.“https://www.mensa.de/online-iq-test-raetsel/mensa-online-test/Stand: 20.09.2015

O Und hier ist die englische Variante von MENSA International: „Mensa Workout“ https://www.mensa.org/workout/quiz/1 Stand: 20.09.2015

Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Wenn Sie jetzt bereit sind und der Stunde der Wahrheit – dem wirklich und wahrhaftigen IQ-Test – ins Auge blicken wollen… Dann melden Sie sich an – zum anerkannten IQ-Test.

Meine Empfehlungen:

O Mensa. Der Test dauert 90 Minuten, kostet 49 Euro und wird in 80 Städten in Deutschland durchgeführt. Getestet werden Menschen ab 14 Jahre. https://www.mensa.de/intelligenztest Stand: 20.09.2015

O Bei einer Psychologin – einem Psychologen – aus dem ExpertenkreisHOCHBEGABUNG/POTENTIALE der Sektion "Freiberufliche Psychologen" im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) e.V. den IQ-Test machen http://www.die-hochbegabung.de/german/index.html Stand: 20.09.2015

O Sie fragen im Familienkreis, bei Freund/innen oder in der Schule/Universität nach einer Empfehlung für den IQ-Test.

Ich drücke schon mal die Daumen!

Für das CAMPUS-RADIO Bonn interviewte ich einmal die höchstbegabte „First“ Lady – Gründungsmitglied – von Mensa Deutschland, Dr. Ida Fleiß. Dabei lernte ich eine kluge, warmherzige und höchst kreative Dame kennen, der es „zu simpel“ war, ihren „Doktor“ in Europa zu machen. Kurz entschlossen reiste sie nach Asien, lernte die Sprache und schaffte auf Anhieb ihre Promotion. Sie konnte schon immer weit und um die Ecke denken.

Als ich sie jedoch fragte: Haben wir schon für jede Intelligenz ein angemessenes Messverfahren – will sagen: Können wir schon jede Begabung testen – sagte sie traurig: Nein. Daran müssen wir noch arbeiten.

Ich möchte diese Erkenntnis all denen mit auf den Weg geben, die sich zwar für hochbegabt halten, aber in einem der IQ-Tests nicht die Schallgrenze von 130 durchbrechen konnten.

Allen Menschen, die Spass an Mathe haben – ja, die speziell eine Vorliebe für das Kopfrechnen hegen, empfehle ich die Seite eines Freundes von Ida Fleiss: Dr. Dr. Gert Mittring http://www.gertmittring.de Gert Mittring ist der amtierende Weltmeister im Kopfrechnen.

© Lilli Cremer-Altgeld, 2015

Wissenschaftsautor Ernst Probst schreibt über "Rekorde der Urzeit"

Wissenschaftsautor Ernst Probst schreibt über  "Rekorde der Urzeit"
Mammut von Othenio Abel

Mammutprojekte gibt es nicht

Wiesbaden – Die in der Politik, in den Medien, in der Wirtschaft und in der Wissenschaft oft gebräuchlichen Begriffe Mammutprogramm, Mammutprojekt, Mammutaufgabe, Mammutsitzung oder Mammutehe im Sinne von etwas besonders Großem sind völlig fehl am Platz. Denn das eiszeitliche Mammut mit dem wissenschaftlichen Artnamen Mammuthus primigenius war in Wirklichkeit nicht das größte Rüsseltier, sondern mit einer Schulterhöhe von etwa 3 Metern kleiner als ein heutiger Afrikanischer Elefant.

Darauf weist der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst in seinem Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" hin, das bei „GRIN Verlag für akademische Texte" erschienen ist. Die größten Elefanten sind – laut Probst – die Waldelefanten (Palaeoloxodon antiquus) und Steppenelefanten (Mammuthus trogonterii) im Eiszeitalter gewesen, die eine Schulterhöhe von ungefähr 4,50 Metern erreichten. Er glaubt aber nicht, dass statt Mammutprogramm und Mammutsitzung künftig Waldelefanten- oder Steppenelefantensitzung gesagt werden wird.

Mammute existierten im Eiszeitalter (Pleistozän) etwa vor 250.000 bis 12.000 Jahren in Europa., aber auch in Asien, Amerika und Afrika. Sie sind durch ein dichtes Fell mit bis zu 35 Zentimeter langen Wollhaaren und darüber liegenden Deckhaaren gut gegen Kälte geschützt gewesen.

Außerdem hatten sie eine 3 Zentimeter dicke Haut und eine dicke Fettschicht. Ihre Stoßzähne waren bis zu 4 Meter lang und wogen pro Exemplar drei Zentner. Damit konnten sie Schnee wegschaufeln, um an die darunter befindliche pflanzliche Nahrung zu gelangen. Über das Aussehen der Mammute weiß man gut Bescheid, weil in Sibirien und Alaska insgesamt mehr als 40 Kadaver im Dauerfrostboden geborgen wurden.

Weblink:
Rekorde der Urzeit bei „GRIN"
http://www.grin.com/e-book/92279/rekorde-der-urzeit

Foto: Saskia-Marjanna Schulz